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Kuratorium
Gedenkstätte Ernst Thälmann
Hamburg

Das Gebäude der Gedenkstätte Gedenktafel

Tarpenbekstr. 66
20251 Hamburg
Tel. 040/474184
Fax 040/46090323

Öffnungszeiten: Di. von 10 bis 20 Uhr - Mi. bis Fr. von 10 bis 17 Uhr - Sa. von 10 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung
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Geschichte:

  • 30 Jahre Gedenkstätte Ernst Thälmann 1999

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30 Jahre Gedenkstätte Ernst Thälmann

Kleine Chronik 1969-1999

Anläßlich des 30. Jubiläums unserer Geschichtswerkstatt in Sachen Ernst Thälmann, Arbeiterbewegung und antifaschistischer Widerstand geben wir hier einen Rückblick auf Initiativen und Aktivitäten seit ihrer Gründung am 18. August 1969. Eine "Kleine Chronik" erschien erstmals zum zehnjährigen Bestehen der Gedenkstätte im "Rundbrief aus dem Thälmannhaus" Nr. 11. Zum 20. Jubiläum wurde sie fortgeschrieben und 1989 in einer Broschüre veröffentlicht. Der dort auf 10 Seiten nachzulesende Text ist unten in Teil I zusammengefaßt. 1994 erschien die Teile I und II der Chronik im "Rundbrief" Nr. 27. Der III. Teil über die Jahre 1995-1999 wurde für die Broschüre "Ernst Thälmann und Kampfgefährten - Eine Hamburger Ausstellung in Bild und Text" verfaßt.

  1. Daten und Ereignisse 1969-1988
  2. Aus den Jahren 1989 - 1994
  3. Aus den Jahren 1995-1999

1. Daten und Ereignisse 1969-1988

In das um die Jahrhundertwende erbaute Eckhaus Tarpenbekstr. 66 in Hamburg-Eppendorf zog Ernst Thälmann - damals als KPD-Vorsitzender hauptsächlich in Berlin arbeitend - 1929 mit seiner Familie ein. Die Thälmanns hatten im 2. Stock eine Drei-Zimmerwohnung mit Blick zur Kegelhofstraße. Thälmann lebte hier bis zu seiner Festnahme am 3. März 1933, Rosa Thälmann bis zur eigenen Verhaftung 1944. Da Rosa und Irma Thälmann seit 1940 in Singen lebten, hatten sie 1943 nach den schweren Luftangriffen auf Hamburg ausgebombte Genossen aufgenommen. Seitdem leben dort bis heute Kommunisten als Mieter. Unter der Thälmannschen Wohnung lag 50 Jahre lang die Werkstatt von Schuhmachermeister Ehmke. Hier hatten auch die Thälmanns ihr Schuhzeug reparieren lassen. Als Ehmke 1968 seine Ladenwohnung Kegelhofstr. 5 aufgab, wurde sie von Waltraud Paasch und Walter Schwind angemietet.

27. Juni 1969: Ehemalige Kampfgefährten Thälmanns, darunter Albert Friedrichs, Harry Naujoks und Paul Tastesen bilden eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel, in der ehemaligen Schusterwerkstatt eine Thälmann-Gedenkstätte einzurichten, der ein Kuratorium vorstehen soll. Dabei assistieren einige Genossen aus der nächsten Generation, zu denen Waltraud Paasch, Ursel Hochmuth, Jan Wienecke und Wilfried Otto gehören.
15. -18. Aug. 1969: Thälmann-Breitscheid-Gedenktage anläßlich des 25. Todestages der beiden Arbeiterführer, veranstaltet von der VAN Hamburg.
18. Aug. 1969: Die "Gedenkstätte Ernst Thälmann" wird auf einer Kundgebung durch Hein Fink, ehemaliger Vorsitzender der KPD Hamburg, eröffnet. Der Vorsitzende der DKP, Kurt Bachmann, spricht vor dem Thälmann-Haus zu mehreren tausend Hamburgern.

Anfang 1970: Paul Tastesen, ehemaliger KPD-Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft wird zum Vorsitzenden des Kuratoriums, Albert Friedrichs zum Verwalter der Gedenkstätte gewählt.

18. Aug. 1972: Die Thälmann-Ausstellung wird - mit neuen Dokumenten - auf drei Räume erweitert.

1. Nov. 1973: Tagung des Kuratoriums. Es verabschiedet ein Statut mit folgenden Zielen und Aufgaben: Leben, Kampf und Vermächnis Ernst Thälmanns der Öffentlichkeit zu vermitteln, die Gedenkstätte zu unterhalten und weiter auszugestalten, Dokumente über Leben und Wirken Thälmanns zu sammeln und für die Forschungsarbeit zu erschließen, Veranstaltungen durchzuführen und Druckschriften herauszugeben, darauf hinzuwirken, daß Thälmann in seiner Vaterstadt eine seiner historischen Bedeutung angemessene Anerkennung erfährt. Das Kuratorium wird auf Bundesebene erweitert und hat nunmehr fast 50 Mitglieder. Paul Tastesen wird als Vorsitzender, Albert Friedrichs als Kurator bestätigt, Franz Ahrens zum Sprecher gewählt. Die drei Genossen geben Ende 1973 den ersten "Rundbrief" heraus.

21. Jan. 1974: Das Kuratorium wird vom Amtsgericht Hamburg als e.V. eingetragen und als gemeinnützig und förderungswürdig anerkannt.
16. April 1974: Anläßlich des 88. Geburtstages Thälmanns spricht Kurt Bachmann in Hamburg auf einem Seminar zum Thema "Wer und was hat die Weimarer Republik zugrunde gerichtet?". Das Referat wird vom Kuratorium als Broschüre herausgegeben.
9. Juni 1974: Antrag des Kuratoriums an die Bürgerschaft, für Ernst Thälmann und andere Bürgerschaftsabgeordnete der KPD, der SPD und DStP, die unter dem Naziregime ermordet wurden, im Hamburger Rathaus eine Erinnerungstafel anzubringen.
16. Aug. 1974: Des Kuratoriums beschließt auf seiner Jahrestagung (Mitgliederversammlung) eine im Thälmann-Haus freiwerdende Ladenwohnung anzumieten, die Ausstellung zu vergrößern und nach der neueren Thälmann-Forschung umzugestalten. Zur Verwirklichung des Plans wird ein Spendenaufruf erlassen.

Mitte Febr. 1975: Die Ausstellung wird wegen Umbau geschlossen.
28. Juni 1975: Auf der Jahrestagung des Kuratoriums in Bremen gibt Franz Ahrens bekannt, daß durch die Spendenaktion über DM 200.000,- eingegangen sind. Bei der Neuwahl des 19köpfigen Vorstandes wird Walter Möller, ehemaliger KPD-Bürgerschaftsabgeordneter, zum Nachfolger des 1974 verstorbenen Vorsitzenden Paul Tastessen gewählt, Thea Rann zur Sprecherin des Kuratoriums.

15. April 1976: Jahrestagung des Kuratoriums in der neugestalteten Gedenkstätte. Walter Möller spricht über künftige Vorhaben und gibt bekannt, daß nunmehr feste Öffnungszeiten für die Ausstellung eingeführt werden können. Pierre Kaldor (Paris), Ehrenmitglied des Kuratoriums, der zum ersten Mal in der Gedenkstätte weilt, gibt einen Erinnerungsbericht über seine Mitarbeit im Internationalen Thälmann-Befreiungskomitee der dreißiger Jahre.
Nov. 1976: in Zusammenarbeit von Kuratorium, VAN und MASCH beginnen monatliche Stadtrundfahrten zu Stätten des antifaschistischen Widerstandes und der Arbeiterbewegung in Hamburg.

13. Mai 1977: Das Kuratorium gibt im Röderberg-Verlag Thälmanns in faschistischer Haft geschriebene autobiographische Aufzeichnungen unter dem Titel: "Zwischen Erinnerung und Erwartung" heraus.
12. Nov. 1977: Auf der Jahrestagung des Kuratoriums werden Walter Möller und Helmut Stein als 1. und 2. Vorsitzenden bestätigt, Irma Gabel-Thälmann als Ehrenmitglied. 1978 wird Reinhard Müller Sprecher des Kuratoriums.

7. Mai 1978: Leonid Breshnew kommt anläßlich seines Staatsbesuchs in der Bundesrepublik in die Hamburger Gedenkstätte.

16. April 1979: Die Sonderausstellung "Arbeiterwiderstand in Hamburg 1933 - 1945" wird eröffnet. Sie ist seit 1980 eine ständige Abteilung der Ausstellung.

Jan. 1980: Durch Anmietung eines vormaligen Ladengeschäftes in der Tarpenbekstr. 64 entsteht zusätzliche Nutzungsfläche für Bibliothek und Sonderausstellungen, für Gespräche und Seminare.

Ende 1981: Im diesem Jahr erreichte die Zahl der Gedenkstättenbesucher 12.000, davon 2.500 ausländische Gäste aus 31 Ländern. Es kamen zahlreiche Gruppen, die am evangelischen Kirchentag teilnahmen, ebenso 73 Schulklassen, Gruppen von Jungsozialisten und Gewerkschaftern. Die Gedenkstätte half bei der Ausgestaltung des auf dem Gelände des ehemaligen KZ Neuengamme errichteten Dokumentenhauses sowie dem Fernsehen bei der Realisierung des Dokumentarfilms "Das Beil von Wandsbek".

19. Nov. 1982: Herbert Mies, Kuratoriumsmitglied und DKP-Vorsitzender, eröffnet in der Tarpenbekstr. 64 die Ernst-Thälmann-Bibliothek und das Archiv. Mehr als 10.000 Bücher und Dokumente der deutschen politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung können hier genutzt werden.

Sept. 1983: Das Kuratorium informiert im Rundbrief über Anklageerhebung gegen den letzten noch lebenden Thälmann-Mörder Wolfgang Otto.
30. Sept. 1983: Die Gedenkstätte zeigt zusammen mit der DFI und der VVN/BdA die Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Literatur e. V. Berlin "Frauen leisten Widerstand 1933 - 1945", die von Gerda Szepansky erarbeitet wurde.

Jan. 1984: Das Kuratorium gibt einen "Antifa-Kalender 1984 - Gedenktage und Biographien Hamburger Antifaschisten" heraus. Mit dem DKP-Kreis Hamburg-Nord werden Dokumente, Materialien und Fotos über Etkar Andre' veröffentlicht, mit der DKP Altona eine biographische Skizze über John Schehr.
1. Juni 1984: In Zusammenarbeit mit der Demokratischen Schwuleninitiative und der VVN/BdA Hamburg zeigt die Gedenkstätte eine Sonderausstellung der Arbeitsgruppe "Sexualität und Politik".
29. Juni 1984: Auf der Jahrestagung berichtet Wolfgang Gehrcke, Kuratoriumsmitglied und Bezirksvorsitzender der DKP Hamburg, über die Vorbereitungen zum 100. Geburtstag Thälmanns. Walter Möller wird als Kuratoriumsvorsitzender bestätigt. Zum 2. Vorsitzenden wählt das Kuratorium Jan Wienecke, als Revisorinnen Waltraud Paasch und Ille Wendt.
Juli 1984: Das Kuratorium veröffentlicht anläßlich des Verfahrens gegen den SS-Führer Otto die Broschüre "Der Mord, der nie verjährt".
23. Okt. 1984: Das Kuratorium wendet sich an Senat und Bürgerschaft, einer Straße den Namen Ernst Thälmann zu geben. Über 5000 Hamburger unterschreiben den Antrag. Er findet Unterstützung vom Präsidium der VVN/BdA, dem Bundesverband österreichischer Widerstandskämpfer, der Assoziation italienischer Widerstandskämpfer, der SJD "Die Falken", des Vereins "Kinder vom Bullenhuser Damm", von zahlreichen Schriftstellern, Journalisten, Malern, Schauspielern, von Gästender Gedenkstätte aus den USA, Frankreich, der Schweiz, DDR und Sowjetunion.
13. Dez. 1984: In einer Rede zur Vorbereitung des 40. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus kündigt Bürgermeister Klaus von Dohnanyi an, daß Hamburg wieder eine Ernst-Thälmann-Straße erhalten werde.
Ende 1984: Mit 15.300 Besuchern hatte unsere Gedenkstätte in diesem Jahr soviel Gäste wie nie zuvor.

14. Feb. 1985: Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord stimmt bei Ablehnung der CDU dem Vorschlag des Ersten Bürgermeisters von Dohnanyi zu, eine Straße in Eppendorf nach Ernst Thälmann zu benennen.
5. März 1985: Der Hamburger Senat beschließt, die vom Lokstedter Weg, der Tarpenbek- und Kegelhofstraße begrenzten Fläche einschließlich Kegelhofstraße 13 in "Ernst-Thälmann-Platz" umzubenennen.
16. April 1985: Auf einer Kundgebung zum 99. Geburtstag Thälmanns auf dem jetzt seinen Namen tragenden Platz, wird dieser im Beisein von Irma Gabel-Thälmann feierlich eingeweiht.


Einweihung des Ernst-Thälmann-Platzes am 16. April 1985

Jan. 1986: In Moskau erscheint in einer Auflage von 100.000 Exemplaren ein Buch mit Reden, Aufsätzen und Briefen von Ernst Thälmann sowie mit Erinnerungen seiner Kampfgefährten. Der Band enthält einen Beitrag von Jan Wienecke zur Entwicklung der Gedenkstätte in Hamburg.
Ende März 1986: Eine Künstlergruppe mit Prof. Fritz Cremer (Berlin/DDR), Prof. Jo Jastram (Rostock), Prof. Alfred Hrdlicka (Österreich), Walter Rempp (Stuttgart) und Prof. Chup Friemert (Hamburg) fertigen einen mehrteiligen Entwurf zur Gestaltung des Ernst-Thälmann-Platzes.
9. April 1986: Die Akademie der Wissenschaften der UdSSR veranstaltet eine internationale Tagung anläßlich des 100. Geburtstages von Ernst Thälmann. In einem Diskussionsbeitrag dankt Jan Wienecke für die Aufmerksamkeit, die der Gedenkstätte von sowjetischen Menschen entgegengebracht wird.
16. April 1986: Während einer Kundgebung auf dem Ernst-Thälmann-Platz mit 3. 000 Teilnehmer würdigen Kuratorium und DKP Hamburg Leben und Werk Thälmanns anläßlich seines 100. Geburtstages. Es sprechen Herbert Mies, Wolfgang Gehrcke, das Präsidiumsitglied VVN/BdA Helmut Stein, der GAL-Abgeordnete in der Bezirksversammlung Nord, Rudi Bresien, und die antifaschistische Widerstandskämpferin Katharina Jacob. Mit einer Grundsteinlegung wird das Vorhaben unterstrichen, ein Denkmal der A rbeiterbewegung und des antifaschistischen Widerstandes auf dem Thälmann-Platz zu errichten. Prof. Chup Friemert stellt das Projekt vor.
10. Mai 1986: Das Kuratorium beginnt eine Kampagne für ein Denkmal auf dem Ernst-Thälmann-Platz und erhält Zustimmung von Lagergemeinschaften und antifaschistischen Verbänden aus der Bundesrepublik, CSSR, Österreich, Polen, Belgien, Schweden, Norwegen und den Niederlanden, ebenso von Grünen im Bundestag, der SJD "Die Falken" Hamburg, des "Studienkreis Deutscher Widerstand" in Frankfurt und tausenden Besuchern der Gedenkstätte.
15. Mai 1986: Nach einer Verhandlungsdauer von mehr als sechs Monaten, der Vernehmung von 43 Zeugen und einem Ortstermin im ehemaligen KZ Buchenwald verurteilt die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Krefeld den ehemaligen SS-Stabsscharführers Wolfgang Otto wegen Beteiligung an der Ermordung Ernst Thälmanns zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren.

25. März 1987: Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe hebt das Urteil des Landgerichts Krefeld gegen Thälmann-Mörder Wolfgang Otto auf.
27. März 1987: In einer Presseerklärung teilt die SPD Eppendorf mit, daß die Distriktversammlung die vom Kuratorium geplante Umgestaltung des Ernst-Thälmann-Platzes mit großer Mehrheit abgelehnt habe.
18. Aug. 1987: Auf der Jahrestagung des Kuratoriums wird Jan Wienecke zum neuen Vorsitzenden gewählt, zum 2. Vorsitzenden Walter Möller. Herbert Mies berichtet über die Einweihung der Thälmann-Denkmäler in Berlin und Moskau.
11. Sept. 1987: Eine Abordnung der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn legt im Auftrag Erich Honeckers anläßlich seines Besuches der Bundesrepublik in der Gedenkstätte ein Blumengebinde nieder.

10. März 1988: Das Landgericht Düsseldorf eröffnet das Berufungsverfahren gegen Wolfgang Otto. Mit Eintragungen in des Gästebuch und Zuschriften an das Gericht bringen viele Besucher der Gedenkstätte ihre Forderung nach Bestrafung des Thälmann-Mörders zum Ausdruck.
16. Aug. 1988: Eine Kundgebung des Kuratoriums und der DKP Hamburg anläßlich des 44. Todestages Thälmanns steht unter dem Motto "Der Mord an Ernst Thälmann muß endlich gesühnt werden!"
29. Aug. 1988: Die 17. Strafkammer des Landgerichts Düsseldorf hält sich an die bisherige bundesdeutsche Praxis im Umgang mit Naziverbrechern und fällt für Wolfgang Otto einen Freispruch.
Nov. 1988: Im Museum für Hamburgische Geschichte beginnt die Ausstellung "Wir sind die Kraft - Arbeiterbewegung in Hamburg bis 1945". Unsere Gedenkstätte ist mit zahlreichen Leihgaben vertreten.
Ende 1988: In diesem Jahre besuchten 10.460 Gäste die Gedenkstätte. Darunter waren 57 Schulklassen und 25 Gruppen der Alternativen Stadtrundfahrten, Gruppen von Sozialdemokraten, Jungsozialisten und der SJD "Die Falken". Aus dem Ausland kamen 5.593 Gäste aus 24 Ländern, außerdem 70 TeilnehmerInnen am Jahrestreffen des internationalen Ravensbrück-Komitees in Hamburg.

2. Aus den Jahren 1989 - 1994

16. April 1989: Kundgebung des Kuratoriums zum 103. Geburtstag von Ernst Thälmann. 150 Teilnehmer. In der Gedenkstätte wird die Ausstellung "Plakate der Arbeiterbewegung 1918 - 1933" eröffnet.
Mitte 1989: Eine datenmäßige Erfassung von 1500 Broschüren und Schriften der KPD 1919-1955 aus der Thälmann-Bibliothek steht vor dem Abschluß.
18. Aug. 1989: Kundgebung des Kuratoriums zum 45. Todestag Ernst Thälmanns. 250 Teilnehmer. Die Ansprache hält Emil Carlebach, Vizepräsident des Internationalen Buchenwald-Komitees. Zum 20. Jubiläum der Gedenkstätte erscheint eine Broschüre.
Nov./Dez. 1989: Eine in der DDR aufgrund dortiger Veränderungen beginnende Aufarbeitung der Geschichte wird von CDU-Bürgerschaftsabgeordneten mit Unterstützung der Springerpresse benutzt, um Thälmann zu diffamieren und die Umbenennung des nach ihm benannten Platzes zu fordern. Der Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft Frank M. Wiegand verlangt die Übernahme des Thälmann-Archivs durch das Staatsarchiv.
31. Dez. 1989: Im Jahre 1989 kamen 8.714 Gäste in unsere Ausstellung. Darunter waren 60 Schulklassen bzw. Jugendgruppen Alternativer Stadtrundfahrten. Ausländische Gäste kamen aus Belgien, Chile, Dänemark, Ekuador, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien, Kanada, Niederlande, Österreich, Peru, Polen, Schweden, Schweiz, UdSSR, USA.

17. Jan. 1990: Das "Eppendorfer Wochenblatt" berichtet über eine Auseinandersetzung in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, ausgelöst durch Ende 1989 erhobene Forderungen vom Eppendorfer Bürgervereinsvorsitzenden Dr. Karl-Bernhard Wirth und der Bezirksfraktion der CDU, den Ernst-Thälmann-Platz wieder abzuschaffen. Die Mehrheit der Bezirksversammlung entschied sich mit den Stimmen von SPD und GAL dagegen. Schon im Dezember war eine vom CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Gert Boysen eingebrachte Kleine Anfrage mit der Forderung auf Umbenennung des Thälmann-Platzes vom SPD/FDP-Senat zurückgewiesen worden. Die Zeitschrift "Szene Hamburg" bezeichnet die CDU-Hatz gegen den Ernst- Thälmann-Platz als "eine der ekelerregendsten Kampagnen" der letzten Jahre.
31. Jan. 1990: Der 10-Jahres-Mietvertrag f ür die Räume in der Tarpenbekstr. 64 endet. Der dort untergebrachte Teil der Bibliothek wird von Egar Röder u. a. Vorstandsmitgliedern in das Thälmann-Haus (Tarpenbekstr. 66) überführt, wo er ab 1. März wieder zur Benutzung bereit steht.
27. März. 1990: Der Kulturausschuß der Bezirksversammlung Hamburg-Nord befaßt sich mit einem Antrag der GAL-Fraktion, worin vom Bezirksamtsleiter gefordert wird, sich "beim Senat dafür einzusetzen, daß die Arbeit des Kuratoriums 'Gedenkstätte Ernst Thälmann' e. V. in Zukunft durch die Kulturbehörde gefördert wird".
18. April 1990: Das Kuratorium veranstaltet eine Kundgebung zum 104. Geburtstag von Ernst Thälmann. 250 Teilnehmer; viele spenden für den Erhalt der Gedenkstätte.
1. Mai 1990: Im Wilhelm-Heidsiek Verlag Cuxhaven erscheint eine Schrift zur Geschichte des 1. Mai in der Nordseestadt u.a. mit Fotos aus dem Thälmann-Archiv.
Juni 1990: Ein NDR-Team filmt Materialien aus unserem Archiv für eine Dokumentation über die Sülze-Unruhen im Juni 1919 in Hamburg. Im Verlag Peter Dreves Rendsburg erscheint ein farbiges Magazin "Museen in Schleswig-Holstein und Hamburg", worin auch unsere Gedenkstätte vorgestellt wird.
17. Aug. 1990: Auf seiner seiner Jahrestagung bekräftigt das Kuratorium seine Auffassung, daß für die Vermittlung der Geschichte des antifaschistischen Widerstandes und der kommunistischen Bewegung die Gedenkstätte unverzichtbar bleibt. Als Vorsitzende des Kuratoriums werden Jan Wienecke und Walter Möller wiedergewählt. Anschließend findet eine Kundgebung zum 46. Todestag Thälmanns mit 200 Teilnehmern statt.
29. Aug. 1990: Im "Eppendorfer Wochenblatt" wird berichtet, daß die CDU über ihren Bürgerschaftsabgeordneten Dr. Kersten Rosenau verlangt, die Benennung des Ernst-Thälmann-Platzes zu revidieren. Im Oktober berichtet das Blatt, der Senat werde am Namen Thälmanns als Nazi-Opfer festhalten.
30. Nov. 1990: In "Die Zeit" erscheint ein Artikel von Kuratoriumsmitglied Peter Schütt mit unwahren Tatsachenbehauptungen über die Thälmann-Gedenkstätte. Eine Richtigstellung des Kuratoriumsvorsitzenden wird von der Redaktion "aus Platzgründen" nicht veröffentlicht. Schütt hatte u.a. nahegelegt, das Thälmann-Haus der Treuhand zu unterstellen. Daran anknüpfend richtet CDU-Bürgerschaftsabgeordneter Boysen eine Kleine Anfrage an den Senat und begehrt staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen den Eigentümer des Thälmann-Hauses. In seiner Antwort vom 11. Dezember 1990 sieht der Hamburger Senat dafür keine zureichendenAnhaltspunkte.
Dez. 1990: Der Landesjugendring gibt die 5. Auflage seines Stadtführers "Naziterror und Widerstand in Hamburg" heraus, der 1979 in Zusammenarbeit mit der VVN/Bund der Antifaschisten entstanden war und worin die Thälmann-Gedenkstätte als eine Station der Rundfahrten vorgestellt wird.
Ende Dez. 1990: Unsere Ausstellung wurde 1990 von 4.721 Gästen besichtigt, darunter 63 Schulklassen. Der Besucherrückgang gegenüber früheren Jahren ist vorwiegend auf das Ausbleiben größerer Besuchergruppen aus der UdSSR und der DDR zurückzuführen.

1. Feb. 1991: Der Kuratoriumsvorstand bilanziert die Gedenkstättenarbeit im Jahre 1990 und setzt Richtpunkte für das laufende Jahr. Diskutiert wird u.a. das mit unserem Statut nicht zu vereinbarende Verhalten des Kuratoriumsmitgliedes Peter Schütt. In seinen Artikeln in "Die Zeit" vom 9.6. und vom 30.11.1990 sowie in der "Ostsee-Zeitung" vom 19.1.1991 war unsere Gedenkstättenarbeit in herabsetzender und denunzierender Weise dargestellt worden. Ihm wird mitgeteilt, daß "unser Vorstand die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit als nicht mehr für gegeben" betrachtet.
21. Feb. 1991: Hafik Handal von der Generalkommandanz der FMLN El Salvadors besucht die Ausstellung.
14. März 1991: Hartmut Perschau, CDU-Spitzenkandidat zur Hamburger Bürgerschaftswahl, besucht in Begleitung von neun Personen die Gedenkstätte.
15. April 1991: Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Ausstellungsraum mit Dr. Horst Helas, wissenschaftlicher Mitarbeiter am "Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung" Berlin zum Thema: "Zu den innerparteilichen Auseinandersetzungen in den Führungsgremien der KPD 1927-1929". 45 Teilnehmer.
16. Apr. 1991: Kundgebung des Kuratoriums zum 105. Geburtstag von Ernst-Thälmann. 120 Teilnehmer.
12. Juni 1991: Ein NDR-Team filmt Dokumente aus unserem Archivbestand für eine Darstellung des sowjetischen Films der 20er Jahre.
28. Juni 1991: Der Vorstand beschließt den Beitritt des Kuratoriums zum 1991 gegründeten Gedenkstättenverband e.V. mit Sitz in Brandenburg/Havel. Dessen Anliegen ist u.a. der Erhalt der Gedenkstätten der Arbeiterbewegung und des Widerstandes.
19. Aug. 1991: Kundgebung des Kuratoriums zum 47. Todestag Ernst Thälmanns. 150 Teilnehmer.
31. Dez. 1991: Im Jahre 1991 konnten wir 2.453 Gäste begrüßen, darunter 40 Schüler- und Jugendgruppen im Rahmen der Alternativen Stadtrundfahrten.

1. April 1992: Eine in Hamburg ansässige Grundstücksgesellschaft erwirbt das Thälmann-Haus für 1. 5 Millionen Mark. Voraufgegangene Bemühungen des Kuratoriums, selbst als Käufer des Hauses auftreten zu können, erbrachten kein hinreichendes finanzielles Ergebnis. Unsere Kaltmiete wird ab 1. Mai 1992 um das dreieinhalbfache erhöht.
16. April 1992: Kundgebung des Kuratoriums zum 106. Geburtstag Thälmanns mit 120 Teilnehmern. Begrüßt wird als Redner der ehemalige Widerstandskämpfer Franz Karger, Vertreter der Kommunistischen Partei Österreichs.
13. Juni 1992: Das Kuratorium tritt zu einer Tagung zusammen. Zur Abwägung steht ein Angebot des neuen Vermieters, mit uns für eine Mietvorauszahlung in Höhe von 330.000,- DM einen Zehnjahresvertrag abzuschließen ohne Mietanhebungen während der Laufzeit. Beschlossen wird, das Angebot bei Wahrung entsprechender Sicherheiten anzunehmen. Die erste Rate der Vorausmiete, knappe Zweidrittel, soll mit einer fest an den Erhalt der Gedenkstätte gebundenen Großspende aus dem Nachlaß eines österreichischen Kommunisten gezahlt werden.
Juni 1992: Das Kuratorium ruft seine Freunde im In- und Ausland auf, für den Erhalt der Gedenk- und Bildungsstätte Ernst Thälmann zu spenden.
28. Juli 1992: Vom Kuratoriumsvorsitzenden wird ein neuer Mietvertrag mit einer Laufzeit bis zum Jahre 2002 unterzeichnet und die erste Rate der Vorausmiete eingezahlt.
Aug.-Okt. 1992: Über den Spendenaufruf des Kuratoriums wird u. a. berichtet in "Unsere Zeit", in "Neues Deutschland", in "konkret", in "antiFA" Berlin, im "Offenen Blatt" der PDS Mecklenburg-Vorpommern, in der Rentner-Zeitung der DKP Hamburg. Bis Januar 1993 erscheint in "Unsere Zeit" und "Neues Deutschland" zweiwöchentlich eine Anzeige: "Die Thälmann-Gedenkstätte Hamburg braucht Spenden zum Weiterbestehen". Zu Geldsammlungen kommt es u. a. auf dem "Tag der Erinnerung und Begegnung" auf dem Marx-Engels-Platz in Berlin, auf dem "Einheizmarkt" der PDS in Schwerin, auf Mitgliederversammlungen von Gruppen und Kreisen der DKP Hamburg.
16. Aug. 1992: Der DKP-Bezirk Hamburg veranstaltet gemeinsam mit unserem Kuratorium eine Bus-Reise zum ehemaligen KZ Buchenwald. An der Stelle, an der Ernst Thälmann in der Nacht vom 17. auf den 18. August 1944 von einem SS-Kommando ermordet wurde, findet eine Kundgebung statt.
18. Aug. 1992: Zum 48. Todestag Thälmanns veranstaltet die PDS Stralsund vor dem Thälmann-Denkmal an der Sundpromenade eine Kundgebung. Der Kuratoriumsvorsitzende hält eine Ansprache.
1. Okt. 1992: Der langjährige Vorsitzende des Kuratoriums, Walter Möller, stirbt im 81. Lebensjahr. Zur Trauerfeier am 13. Oktober wird von den Angehörigen statt zugedachter Blumen und Kränze um Spenden für unsere Gedenkstätte gebeten. Die Sammlung erbringt weit über 2000,- DM.
14. Nov. 1992: Das Kuratorium tritt zu seiner Jahrestagung zusammen. Verabschiedet wird ein neues Konzept zur Gedenkstättenarbeit. Beschlossen wird - neben der im Jahr zuvor errichteten Erinnerungstafel für 21 von den Nazis ermordeten Bürgerschaftsmitglieder - eine Tafel zum Gedenken an kommunistische Abgeordnete anzubringen, die seit 1937 in der UdSSR umgekommen sind. Eine Zwischenbilanz zum Spendenaufkommen ergibt die Summe von 80.000 DM. Bestätigt als 1. Vorsitzender wird Jan Wienecke, zum 2. Vorsitzenden wird Ewald Stiefvater gewählt, zu einer der Revisorinnen Annelie Möller.
4. Dez. 1992: Im "Hamburger Abendblatt" erscheint eine neue Attacke des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Boysen gegen das Kuratorium, das dessen finanzielle Basis treffen soll. In einer Kleinen Anfrage begehrt er Auskunft, ob in Hamburg ein "als gemeinnützig anerkannter Verein existiert, der berechtigt ist, steuerabzugsfähige Spendenbescheinigungen für Gelder auszustellen, die für die (Thälmann-) 'Gedenkstätte' eingeworben werden". In seiner Antwort schreibt der Senat u. a. "[...] der Verein erfüllt die gesetzlichen Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit und die damit im Zusammenhang stehenden Steuervergünstigungen. Die steuerlichen Überprüfungen des Vereins haben bisher zu keinen Beanstandungen [...] geführt. "
31. Dez. 1992: Im diesem Jahr wurde unsere Ausstellung von 2.052 Personen besichtigt. Darunter von 42 Schulklassen, Gruppen Alternativer Stadtrundfahrten. Außerdem konnten wir bei uns begrüßen: eine Seminargruppe der Friedrich-Ebert-Stiftung, eine Gruppe Falken aus Hamburg und der Sozialistischen Jugend Oberösterreichs; Schüler- und Jugendgruppen aus Großbritannien und Nikaragua.

Mitte Jan. 1993: Auf dem in Mannheim stattfindenden 12. Parteitag der DKP berichtet das Kuratorium über seine Geschichtsarbeit und zur Spendensammlung. Am Parteitag teilnehmende Gäste der KP Chinas besuchen am 18. Januar die Gedenkstätte.
30. Jan. 1993: Zum 60. Jahrestag des Machtantritts der Faschisten erhalten der NDR und Zeitungen für Veröffentlichungen Material aus unserem Archiv.
31. Jan. 1993: Die zweite Rate der Vorausmiete wird eingezahlt. Damit ist unser Mietvertrag bis 2002 wirksam geworden.
11. Feb. 1993: Für die seit 1937 in der UdSSR umgekommenen kommunistischen Bürgerschaftsabgeordneten wird in der Gedenkstätte eine Ehrentafel angebracht.
Mitte Feb. 1993: Es erscheint der Rundbrief Nr. 24 mit der Schlagzeile: "Thälmann-Gedenkstätte bleibt - Spendensammlung brachte über 130.000 DM". Das Ergebnis wird als ein Erfolg gewertet, erreicht durch eine große finanzielle Anstrengung in Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und in anderen Bundesländern. Daran teilgenommen haben Parteivorstand, Parteigliederungen und Seniorenkreise der DKP, Parteivorstand, Basisgruppen und Mitglieder der PDS. Spenden kamen aus antifaschistischen Vereinigungen wie VVN/BdA und IVVdN. Allen, die den Bestand der Thälmann- Gedenkstätte weiter sichern halfen, wird von unserem Kassenwart Werner Schütz herzlich gedankt.
4. März 1993: Der Kuratoriumsvorstand befaßt sich mit der von der Mitgliederversammlung getroffenen Festlegung, solche Broschüren und Bücher aus dem unserem Bestand auszusortieren, die nicht zu unserem Hauptthema - Thälmann in seiner und in unserer Zeit, Arbeiterbewegung (besonders kommunistische) und antifaschistischer Widerstand - gehören. Die mit der Kassation betraute Bibliothekskommission gibt eine erste Information über Ergebnisse ihrer Arbeit.
8. März 1993: 60. Jahrestag der letzten Sitzung der freigewählten Hamburgischen Bürgerschaft. Im Rathaus gedenkt Vizepräsident Dr. Hans Joachim Meissner der Mitglieder des Landesparlaments, die 1933-1945 Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden und fünf kommunistischer Abgeordneter, die seit 1937 in der UdSSR umgekommen sind. An alle Opfer wird in einer von der Hansestadt herausgegebenen Broschüre erinnert. Aufgenommen darin sind Fotos und biographische Informationen aus dem Archiv unserer Gedenkstätte.
16. April 1993: Kundgebung des Kuratoriums zum 107. Geburtstag von Ernst Thälmann. 200 Teilnehmer.
17. April 1993: Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des Kuratoriums mit 40 Teilnehmern zum Thema: "Ernst Thälmann in unserer Zeit". Referenten sind Mitautoren der 1979 im Dietz-Verlag Berlin/DDR erschienenen Thälmann-Biographie: Prof. Dr. Lothar Berthold und Prof. Dr. Walter Wimmer. Ihre Darlegungen werden im Rundbrief Nr. 25 veröffentlicht.
Juni 1993: Als Beilage der "Hamburger Morgenpost" erscheint eine Museumszeitschrift, worin über die sieben staatlichen Museen sowie über 38 nichtstaatliche Museen Hamburgs, darunter über die Thälmann-Gedenkstätte, informiert wird.
23. Juli 1993: Im Museum für Hamburgische Geschichte beginnt die Ausstellung: ".[...] wenn alles in Scherben fällt - Hamburgs Weg in den Feuersturm". Aufgenommen sind u. a. Leihgaben aus unserem Archiv, darunter ein Antikriegsplakat der Freien Gewerkschaften aus dem Jahre 1946, das zum Motiv für das Ausstellungsplakats gewählt wurde.
1. Sep. 1993: Nachdem das Kuratorium mit dem DKP-Bezirksvorstand Hamburg einen Untermietvertrag zur Überlassung eines Teils seines Mietraumes abgeschlossen hat, eröffnet der Bezirksvorstand eine Geschäftsstelle im Thälmann-Haus; sein bisheriger Sitz, das Fiete-Schulze-Zentrum, hatte wegen Kündigung aufgegeben werden müssen.
22. Okt. 1993: Mit der Aufführung eines von Gisela Tuchtenhagen und Klaus Wildenhahn gestalteten Videofilms, in dem Teilnehmer am Hamburger Aufstand von 1923 berichten, beginnt mit 51 Besuchern eine Veranstaltungsreihe zum Oktoberaufstand anläßlich seines 70. Jahrestages. Träger sind unsere Gedenkstätte, die Willi-Bredel-Gesellschaft, die GAL Hamburg-Nord und die DKP. Zu den insgesamt fünf Veranstaltungen kamen etwa 300 Besucher.
23. Okt. 1993: Vortrags- und Diskussionsveranstaltung über den Hamburger Aufstand von 1923 mit Prof. Dr. Günter Hortzschansky und Dr. Stefan Weber, Mitautoren der 1979 herausgegebenen Thälmann-Biographie. 31 Teilnehmer.
4. Dez. 1993: Das Kuratorium tritt zu seiner Jahretagung zusammen, um Aufgaben für das Jahr 1994 zu beraten. Schwerpunkt ist der 50. Todestag von Ernst Thälmann und Rudolf Breitscheid am 18. bzw. 24. August 1994.
31. Dez. 1993: Im Jahre 1993 haben 2.538 Personen aus dem In- und Ausland unsere Ausstellung besichtigt, darunter 43 Schulklassen und Jugendgruppen Alternativer Stadtrundfahrten, die weiter von Mitgliedern der VVN-BdA begleitet werden.

9. Jan. 1994: Nach der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Berlin versammeln sich im Gebäude des "Neuen Deutschland" Vertreter der Thälmann-Gedenkstätten Hamburg und Ziegenhals, der Vorstände der DKP, der Kommunistischen Plattform in der PDS, der KPD und des Arbeiterbundes zum Wiederaufbau der KPD. Es wird ein erster Meinungsaustausch über zentrale antifaschistische Manifestationen zum 50. Todestag von Ernst Thälmann und Rudolf Breitscheid geführt.
26. Jan. 1994: Im Ausstellungsraum kommen Vertreter unseres Kuratoriums und des Freundeskreises der Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals zu einer Beratung zusammen. Vereinbart wird eine Zusammenarbeit beider Erinnerungsstätten.
5. Feb. 1994: Zum Jahrestag der letzten KPD-Funktionärskonferenz mit Ernst Thälmann am 7. 2. 1933 im Sporthaus Ziegenhals, veranstaltet der dortige Freundeskreis
Ernst-Thälmann-Gedenkstätte eine Kundgebung. Anschließend versammeln sich Vertreter kommunistischer und sozialistischer Parteien sowie beider Thälmann-Gedenkstätten in Fortsetzung ihrer Beratung vom 9. Januar. Neu hinzu kommt ein Vertreter des Bundesvorstandes der PDS und des Bundes der Antifaschisten. Zur Vorbereitung zentraler Veranstaltungen zum 50. Todestage von Thälmann und Breitscheid bildet sich eine Arbeitsgruppe, die weitere Zusammenkünfte vereinbart.
15. April 1994: Kundgebung des Kuratoriums zum 108. Geburtstag Thälmanns. Zu den 200 Teilnehmern sprechen Vertreter der Hamburger VVN-BdA, der DKP, der PDS und GET.
11. Juni 1994: in unserem Ausstellungsraum findet eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung statt zum Thema: "Vor 50 Jahren: Illegale KPD und Bewegung 'Freies Deutschland' in Berlin-Brandenburg - Zur Widerstandsorganisation um Saefkow, Jacob und Bästlein". Referentin: Ursel Hochmuth. 30 Teilnehmer.
8. Juli 1994: Die 1977 vom Kuratorium herausgegebene biographische Thälmann-Dokumentation "Zwischen Erinnerung und Erwartung" erscheint als Nachdruck.
9. Juli 1994: Am Kolloquium "Es geht nicht nur um Thälmann" im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin, den Marxistischer Arbeitskreis der Historischen Kommission der PDS, Kuratorium GET und DKP-Geschichtskommission veranstalten, nehmen Jan Wienecke und zwei weitere Mitarbeiter der Hamburger Gedenkstätte teil.
27. Juli 1994: In einer Pressemitteilung vom Landesjugendring Hamburg e.V. wird berichtet, dass in den ersten acht Monaten 1994 mehr als 3.300 Jugendliche und Erwachsene an Alterntiven Stadtrundfahrten zu Stätten der Verfolgung und Widerstand teilgenommen haben. Zur Route der Rundfahrten zählt u.a. die Gedenkstätte Ernst Thälmann.
16. August 1994: Hamburger Jungen KommunistInnen in der DKP veranstalten mit 150 TeilnehmerInnen eine Demonstration durch Eppendorf und eine Kundgebung vor dem Ernst-Thälmann-Haus aus Anlass des 50. Todestages von Ernst Thälmann.
18. August 1994: Zentrale antifaschistische Manifestation aus Anlass des 50. Todestag von Ernst Thälmann und Rudolf Breitscheid am Thälmann-Denkmal in Berlin-Prenzlauer Berg. Aufgerufen hatte eine Arbeitsgruppe von PDS, DKP, FDJ u.a. zu dem auch die Thälmann-Gedenkstätten in Hamburg und Ziegenhals gehörten. Zu den Versammelten sprachen Esther Bejerano, Vorsitzende des Auschwitzkomitees und Irma Gabel-Thälmann.
20. August 1994: Politisch-historische Veranstaltung anlässlich des 50. Todestages von Ernst-Thälmann und Rudolf Breitscheid im Rathaus von Neubrandenburg. Veranstalter sind der Stadtvorstand der PDS und der Bund der Antifaschisten e.V. Es referiert Prof. Dr. Klaus Kinner, Leipzig. Von der Hamburger GET nahmen der zweite Kuratoriumsvorsitzende, Ewald Stiefvater, sowie die Vorstandsmitglieder Gerhard Gill und Ursel Hochmuth teil.
24. September 1994: Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit 45 TeilnehmerInnen zum Thema: Das Ende von Weimar - Folgen und Lehren. Es referieren Emil Carlebach und günther Judick. Moderation Willi Gerns.
22. Oktober 1994: Die GET erinnert an den Arbeiterführer, Kommunisten und Widerstandskämpfer Fiete Schulze anlässlich der Wiederkehr seines 100. Geburtstages. Die UZ veröffentlicht einen Gedenkbeitrag von Gerhard Gill.
12. November 1994: Der Vorstand der GET beschliesst ein Konzept zur Akzentuierung der Ausstellungsexposition und zur Renovierung des Ausstellungsraumes. Eine Arbeitsgruppe ergänzt die Auslagen in den Vitrinen und versieht diese jeweils mit einer Hauptüberschrift. Zur Finanzierung der Arbeiten wird ein Spendenaufruf veröffentlicht.
5. Dezember 1994: Unser Ausstellungsraum wird wegen Renovierung bis 27. Januar 1995 geschlossen.
1994 wurde unsere Ausstellung von 2.674 Gästen besichtigt, darunter 44 Schulklassen Alternativer Stadtrundfahrten.

3. Aus den Jahren 1995-1999

18. Februar 1995: Die Mitglieder unseres Kuratoriums treten zu einer Versammlung mit Neuwahl des Vorstandes zusammen. Im Bericht wird betont, dass der Stellenwert der Erinnerung an den Arbeiterwiderstand zunehme auch als Auseinandersetzung mit einem von rechtskonservativen Kräften betriebenen Geschichtsrevisionismus und dessen Bestrebungen, den Arbeiterwiderstand, den starken und opferreichen Anteil der Kommunisten aus der Geschichtsbetrachtung auszuklammern. Neugewählt wurde ein 14-köpfiger Vorstand und die Revisionskommission. Als erster und zweiter Vorsitzende wurden Jan Wienecke und Ewald Stiefvater bestätigt.
April 1995: In dem auf dem Ernst-Thälmann-Platz gelegenen Zwei-Röhrenbunker aus der Nazizeit, der auf Initiative der Künstler Gerd Stange und Michael Baatz wieder zugänglich gemacht worden ist, läuft die erste Veranstaltungsreihe an. Deren Start unterstützt die GET mit technischer Hilfeleistung.
Mai 1995: Zum 50. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg finden in Hamburg eine Reihe eindrucksvoller Veranstaltungen statt. Zu deren Höhepunkt wird eine Gedenkfeier im ehemaligen KZ Neuengamme mit etwa 2000 TeilnehmerInnen, darunter 800 frühere Häftlinge und Angehörige aus 14 Ländern. eine Delegation der GET nimmt an der gemeinsamen Kranzniederlegung teil. Vor dem Ernst-Thälmann-Haus versammeln sich 100 Mitglieder des Motoradclubs „Kuhle Wampe" mit ihren Machinen. Ihr 7. Motoradcorso soll an den Widerstand der kleinen Leute gegen die Nazis erinnern. Zwölf ehemalige Gefangene des KZ Neuengamme aus Moskau besuchen unsere Gedenkstätte.
Juni 1995: Im Rundbrief aus dem Thälmann-Haus Nr. 28 wird über die im Vorjahr begonnene Spendensammlung berichtet, mit deren Aufkommen unser Ausstellungsraum renoviert und weiter ausgestaltet werden konnte. Durch gemeinsame Anstrengung kam eine Spendensumme von annähernd 13.500 DM zusammen. Auf Antrag der GAL-Fraktion erhielten wir darüberhinaus von der Bezirksversammlung Hamburg-Nord einen Zuschuss aus Sondermitteln in Höhe von 1.500 DM.
10. Juni 1995: Unter dem Motto: „Musik ist eine Waffe" findet bei uns eine Veranstaltung der JUKO-Junge KommunistInnen/DKP zum 15. Todestag von Ernst Busch mit 30 TeilnehmerInnen statt. Mitwirkende sind die Songgruppe Hamburg und Peter Schenzer.
Mitte Juni 1995: Zweiwöchige Plakatwerbung der GET für den Besuch der Gedenkstätte und bevorstehender Veranstaltungen auf 80 Hamburger Bahnhöfen der U-Bahn.
24. Juni 1995: Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit 51 TeilnehmerInnen zum Thema: Die Dimitroff-Definition des Faschismus im Rückspiegel der Geschichte mit Prof. Dr. Kurt Pätzold, Berlin.
15. August 1995: Pierre Kaldor, Paris, nach 1933 Mitglied des Anwaltkollektivs zur Verteidigung des inhaftierten Ernst Thälmanns besucht mit seiner Frau Charlotte
unsere Ausstellung. In einem Eintrag in unser Gästebuch schreibt er u.a.: "Diese Gedenkstätte bringt jedem Kämpfer eine starke Hilfe, die Gedanken der fortschrittlichen Menschen - vor allem der Kommunisten - ins Leben zu übersetzen."
23. September 1995: Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit 50 TeilnehmerInnen zum Thema: „Thälmann und die Einheitsfrontpolitik der KPD 1925-1933". Es referieren Prof. Dr. Heinz Karl, Berlin, und Prof. Dr. Klaus Kinner, Leipzig, Moeration Willi Gerns.
Ende Dezember 1995: Unsere Ausstellung wurde 1995 von 1.292 Gästen besichtigt, darunter 18 Schulklassen Alternativer Stadtrundfahrten.

31. Januar 1996: Im 82. Lebensjahr verstirbt Ernst Buschmann, Mitglied unseres Kuratoriums, Vorsitzender des Verbandes ehemaliger Spanienkämpfer. Mit 14 Jahren Jungkommunist erlebte er den heraufziehenden Faschismus, zu dessen entschiedenen Gegner er wurde: Als Comandante Ernesto des Etkar-André-Bataillons in der Internationalen Brigade in Spanien, als Vorstandsmitglied im "Komitee der Bewegung Freies Deutschland für den Westen" in Frankreich. Nach der Befreiung vom Faschismus gab er vielen jungen Menschen mit der Vermittlung seiner Erfahrungen den Anstoß zu ihrem antifaschistischen Engagement.
30. März 1996: Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit 34 TeilnehmerInnen zum Thema: „Einheitsbestrebungen der Arbeiterbewegung in den Westzonen 1945/46". Es referierte Hermann Kopp, Redakteur der Marxistischen Blätter, Essen.
16. April 1996: Kundgebung anlässlich der Wiederkehr des 110. Geburtstages von Ernst Thälmann mit 110 TeilnehmerInnen. Thema: Beitrag der KPD zum Kampf um das Recht auf Arbeit.
4. Juli 1996: Nach schwerer Krankheit verstirbt im 68. Lebensjahr das Gründungs- und Vorstandsmitglied unseres Kuratoriums, Wilfried Otto. Viele namentlich junge Menschen sind von ihm durch die Ausstellung geführt worden.
2. September 1996: Der Vorsitzende vom Bund der Kommunisten Polens "Proletariat", Dr. hab. Zbigniew Wiktor, Wroclaw, besucht unsere Gedenkstätte und trägt sich in das Gästebuch ein.
21. September 1996: Veranstaltung mit Heinz Priess, Berlin, ehemaliger Kommissar des Hans Beimler-Bataillons z um Thema: „Vor 60 Jahren: Internationale Brigaden im spanischen Bürgerkrieg" mit 80 TeilnehmerInnen. Peter Schenzer singt Spanienlieder.
13. Oktober 1996: Im 75. Lebensjahr verstirbt Rolf Herrmann, langjähriges Mitglied unseres Kuratoriums und erfahrener Journalist. Von ihm erhielten wir manche Anregung für unser öffentliches Wirken. Als Landessekretär der VVN/BdA setzte er sich für die Aufhebung der Todesurteile ein, die die Nazijustiz nach dem von der SA verursachten "Altonaer Blutsonntag" gegen vier kommunistische Arbeiter vollstrecken ließ.
29. Oktober 1996: Mitglieder und Freunde der Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e.V. besuchen unsere Gedenkstätte. Es wird ein anregendes informatives Gespräch über die Tätigkeit beider der Geschichte zugewandten Einrichtungen geführt. Als unser Gast erinnert sich Gerhard Zeidler, Saßnitz, an seine Begegnungen mit Ernst Thälmann.
14. Dezember 1996: Karl Kielhorn, Präsidiumsmitglied der Lagergemeinschaft Dachau e.V. besucht unsere Gedenkstätte und trägt sich in das Gästebuch ein.
Ende Dezember 1996: Unsere Ausstellung wurde 1996 von 1.602 Gästen besichtigt, darunter 26 Schulklassen bez. Erwachsenengruppen Alternativer Stadtrundfahrten.

23. Februar 1997: Im 88. Lebensjahr verstirbt Kurt Bachmann, ein Mitbegründer und erfahrener Ratgeber unserer Gedenkstätte. Nach Widerstand und Verfolgung in mehreren KZ erlebte er die Selbstbefreiung in Buchenwald. Von 1968 bis 1973 wirkte er als Vorsitzender der DKP. In Vortrags-veranstaltungen unseres Kuratoriums befasste er sich mit den Ursachen für Faschismus und Krieg und Schlussfolgerungen für die heutigen Auseinandersetzungen um Antifaschismus, Frieden und so-ziale Gerechtigkeit.
2. März 1997: Die Mitglieder unseres Kuratoriums treten zu einer Tagung mit Neuwahl des Vorstandes zusammen. Sie diskutieren über erreichte Ergebnisse in der Gedenkstättenarbeit und über Voraussetzungen für deren längerfristige Weiterführung. Im Bericht des Vorstandes wird der bleibende Wert unserer Gedenkstätte hervorgehoben als ein Ort der Erinnnerung und Begegnung, der Vermittlung von Erfahrungen der Arbeiterbewegung und des antifaschistischen Widerstandes, als wichtige Bildungseinrichtung. Als erste und zweite Vorsitzende werden Jan Wienecke und Ewald Stiefvater bestätigt. Den ausscheidenden RevisorInnen Waltraud Paasch, Annelie Möller und Werner Schütz wird für ihre Tätigkeit gedankt. Als NachfolgerInnen gewählt werden Lisa Hermann und Heinz Geinitz.
9. April 1997: Im 91 Lebensjahr verstirbt Rudi Giffey, Gründungsmitglied unseres Kuratoriums. 1926 der KPD beigetreten entwickelte er sich zum konsequenten Nazigegner. An verschiedenen Abschnitten des antifaschistischen Kampfes Widerstand gegen Faschismus und Krieg leistend wurde er wiederholt für Jahre inhaftiert. Seine Erfahrungen als Mitstreiter von Ernst Thälmann gab er an jüngere Besucher unserer Gedenkstätte weiter.
16. April 1997: Vortrags und Diskussionsveranstaltung anläßlich der Wiederkehr des 111. Geburtstages von Ernst Thälmann mit 54 TeilehmerInnen. Prof. Dr. Lothar Berthold, Thälmannbiograph und Kuratoriumsmitglied referiert zum Thema: "Thälmann über politisches Geschehen und Kriegsentwicklung - Aufzeichnungen aus faschistischer Haft (Hannover und Bautzen 1939 -1944)".
17. April 1997: Eine Gruppe von 15 Gewerkschaftern aus Israel besucht im Rahmen einer Alternativen Stadtrundfahrt des Landesjugendringes unsere Gedenkstätte und trägt sich in das Gästebuch ein.
Mai 1997: Unser Rundbrief Nr. 30 erscheint u.a. mit einem Aufruf: „Keine Umbenennung des Ernst-Thälmann-Park! Für den Erhalt antifaschistischer Namen im Stadtbild Berlins." Zu den Erstunterzeichnern gehören u.a. die Ernst Thälmann Gedenkstätten in Ziegenhals und Hamburg.
Mitte Juli 1997: Im Thälmann-Haus steht wiederum ein Besitzwechsel an. Die verkaufsbereiten Eigentümer bieten uns die von uns genutzten Gewerbemieträume zum Erwerb an und verlangen dafür die unverhältnismäßig hohe Summe von 851.000,- DM. Bis zum Zeitpunkt wo der Hausverkauf konkret wird wenden wir uns an die Öffentlichkeit auf der Suche nach zum Kauf unserer Gedenkstättenräume fähigen Investoren, deren Mieter wir dann sein würden.
18. August 1997: Die Arbeitsgemeinschaft Senioren der PDS Fürstenwalde/Bad Saarow besucht im Rahmen einer Tagestour nach Hamburg mit 40 Mitglieder unsere Gedenkstätte. Die Gäste erinnerten an den 53. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann und legten ein Blumengebinde nieder. Es gibt Gespräche und manchen Zuspruch für unsere Gedenkstättenarbeit.
30. August 1997: Mit einem Informationsstand ist unsere Gedenkstätte beim 10. UZ-Pressefest - Volksfest der DKP vertreten. Wir erhielten Spenden für den Erhalt unserer Gedenkstätte und Bestellungen für unserem Rundbrief.
2. Oktober 1997: Anläßlich ihres Jahrestreffen in Hamburg besucht die Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis mit ihrer Vorsitzenden Gertrud Müller und 42 ihrer Mitglieder und Freunde unsere Gedenkstätte. Dabei denken sie - so ihr Eintrag in unser Gästebuch - "auch an unsere Ravensbrücker Kameradinnen Rosa und Irma Thälmann."
5. November 1997: Veranstaltung der Gedenkstätte Ernst Thälmann, der PDS und der DKP Hamburg zum 80. Jahrestag der Oktoberrevolution in Rußland mit über 200 Teilnehmerinnen im Hamburg-Haus. Einer der Redner, Nikolai Bindjukow, Moskau, Abgeordneter der Duma, ist mit seinem Begleiter, Anatoli Popow, Gast unseres Kuratoriums. Am folgenden Tag besuchen sie unsere Gedenkstätte und tragen sich in das Gästebuch ein.
Mitte November 1997: Bis März 1998 werden in unserer Gedenkstätte Dokumentar- und Spielfilme der Arbeiterbewegung vorgeführt. Begonnen wird mit drei Filmen zum Themenkreis Russische Revolution.
Ende Dezember 1997: Unsere Ausstellung wunde 1997 von 979 Gästen besichtigt, darunter 16 Schulklassen und Erwachsenengruppen.

9. Januar 1998: Im 66. Lebensjahr verstirbt Edgar Röder, Mitbegründer unseres Kuratoriums und Mitglied seines Vorstandes. Durch kontinuierlichen Einsatz hat er maßgeblich daran mitgewirkt, dass über schwierige Abschnitte hinweg das Fortbestehen unserer Gedenkstätte erreicht werden konnte.
22. Januar 1998: In unserem Ausstellungsraum wird der Karl-Liebknecht-Film "Trotz alledem" aufgeführt. Im Februar/April werden die Filme "Rosa Luxemburg" und "Kuhle Wampe" gezeigt.
5. März 1998: Der Arzt Dr. Gabriel Roman Suarez aus der Stadt Mantanzas/Kuba besucht unsere Gedenkstätte und trägt sich in das Gästebuch ein. In Matanzas wird wenige Wochen später, am 19. April, das REHA-Zentrum "Comandante Ernesto Buschmann" eröffnet, das mit Unterstützung von der DKP initiierter Aufbaubrigaden errichtet wird. In der Umgebung von Matanzas trägt eine Schule den Namen Ernst Thälmann.
16. April 1998: Anläßlich der Wiederkehr des 112. Geburtstages von Ernst Thälmann wird vor 60 Teilnehmerinnen der l. Teil des DEFA-Films von 1955 „Sohn seiner Klasse" aufgeführt.
18. April 1998: Teilnehmer einer Tagung der "Initiativgruppe für die Rehabilitierung der Opfer des Kalten Krieges" besuchen unsere Gedenkstätte.
15. Mai 1998: Nachdem eine Immobilienfirma das Thälmann-Haus gekauft hat bietet diese unserem Kuratorium die Erwerbung der von uns genutzten Gewerbemieträume zu einem nach wie vor hohen Preis von 650.000,-DM an. Eine Stellungnahme wird von uns zunächst aufgeschoben bis uns Kaufbedingungen genannt werden, die für uns eine Verhandlungsgrundlage bilden können.
2. Juli 1998: Eine Gruppe der Sozialistischen Jugend "Die Falken" mit Namen "Rote Geister" verbringt ihren Gruppennachmittag in unserem Ausstellungsraum. Unser Vorstandsmitglied Ursel Hochmuth berichtet den Kindern auf deren Wunsch über ihre Kindheit während der Nazizeit in einem antifaschistischen Elternhaus.
20. August 1998: C. Collin, Dozent an der Universität Grenoble, Frankreich, besucht unsere Gedenkstätte. Der Gast schreibt über die Geschichte der französischen Widerstandsorganisation "Resistance". Wir überreichen ihm biografische Angaben der Hamburger Widerstandskampferin Irene Wosikowski, die an der Seite der Resistance gekämpft hat.
26. August 1998: Prof. Hiroshi Jakamura aus Japan besucht unsere Gedenkstätte und trägt sich in das Gästebuch ein. Unser Gast hat im Jahre 1989 Reden und Aufsätze von Ernst Thälmann ins Japanische übersetzt und in Tokio veröffentlicht.
l. September 1998: Dank kontinuierlicher Spenden unserer Freunde in nah und fern und in Ergänzung von Großspenden im Ergebnis unserer öffentlichen Aufrufe und von uns ausgehandelter tragfähiger Verkaufbedingungen konnten wir unsere Räume im Thälmann-Haus in Besitz nehmen.
Mitte September - 31. Oktober 1998: Aus von uns aus Spargründen aufgegebenen Räumen im Keller wird ein Großteil unseres vorher sortierten Buchbestandes von dort in das Erdgeschoß verbracht und bis zur Neueinordnung zunächst in unserem Ausstellungsraum gelagert. Deswegen bleibt unsere Gedenkstätte von Mitte September bis Ende Dezember geschlossen.
1998 wurde unsere Ausstellung in einer um vier Monate. verkürzten Jahresöffnungszeit von 684 Gästen besichtigt, darunter 8 Schulklassen.

11. März 1999: Treffen unseres Vorstandes mit 30 Helferinnen und Helfern aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie hatten uns im Herbst 1998 in mehreren Wochenendeinsätzen bei der Verlagerung unseres Buchbestandes Hilfe geleistet.
16. April 1999: Anläßlich der Wiederkehr des 115. Geburtstages von Ernst Thälmann veranstaltet das Kuratorium mit über 100 Teilnehmerinnen eine Kundgebung unter dem Motto: Friedenskämpfer Ernst Thälmann. Die Kundgebung steht im Zeichen des energischen Protestes gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO gegen die souveräne Bundesrepublik Jugoslawien. Auf einer sich anschließenden Vortrags- und Diskussionsveranstaltung referiert Kuratoriumsmitglied Günter Judick über das Thema: "Ernst Thälmann und die Kommunistische Internationale".
6. Juni 1999: Eine Gruppe der Gewerkschaftsschule Salzburg/Österreich besucht mit 40 KollegInnen im Rahmen einer Alternativen Stadtrundfahrt des Landesjugendringes unsere Gedenkstätte.
10. Juni 1999: Lesung und Diskussion mit unserem Vorstandsmitglied Ursel Hochmuth aus ihrem neuen Buch „Illegale KPD und Bewegung 'Freies Deutschland' in Berlin und Brandenburg 1942-1945 " zum Thema: „Antifa - Arbeit unter Wehrmachtangehörigen 1943/45" als Beitrag unserer Gedenkstätte zum wissenschaftlichen Begleitprogramm der Ausstellung: Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944.
13. August 1999: Treffen unseres Kuratoriums mit Mitarbeiterinnen und Gästen befreundeter Vereinigungen anläßlich des 30. Jahrestages (18. August) der Eröffnung der Gedenkstätte Ernst Thälmann.
14. August 1999: Mitgliederversammlung des Kuratoriums mit Neuwahl des Vorstandes. Sie steht im Zeichen des 30. Jahrestages der Eröffnung unserer Gedenkstätte und des 55. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann. Im Vorstandsbericht wird in einem Rückblick und Ausblick die seit Frühjahr 1997 geleistete Gedenkstättenarbeit bewertet und auf weitere Aufgaben orientiert. Beschlossen wird zum bevorstehenden Antikriegstag am 1. September ein Flugblatt herauszugeben und darin die Zusammenhänge der Naziprovokation gegen den Sender Gleiwitz als Vorwand für den Überfall auf Polen aufzuzeigen und den Spielfilm "Der Fall Gleiwitz", DDR 1961, aufzuführen. Als Erster Vorsitzender wird Jan Wienecke bestätigt. Zum Zweiten Vorsitzenden neu gewählt wird Erich Röhlck. Als bisher zweiter Vorsitzender wird Ewald Stiefvater verabschiedet und für seine Tätigkeit, die er als Vorstandsmitglied fortsetzt, gedankt. Dem Kassierer Benno Wormbs wird für seine Kassenführung gedankt, er wird in seiner Funktion bestätigt. In die Revisionskommission werden Heinz Geinitz und Werner Schütz gewählt. Lisa Herrmann schied auf eigenen Wunsch aus der Revisionstätigkeit aus. Für ihre Mitarbeit wurde ihr gedankt.
Im Jahre 1999 haben bis Mitte August 570 Gäste unsere Gedenkstätte besichtigt, darunter 8 Schulklassen und Erwachsenengruppen der Alternativen Stadtrundfahrten des Landesjugendringes.

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