Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Eppendorferinnen und Eppendorfer,

Genossinnen und Genossen,

liebe Freunde,

 

Ich begrüße sie als Vorsitzender des Kuratoriums der Gedenkstätte Ernst Thälmann.

 

Wir haben uns heute hier vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Thälmann versammelt,

um an der Stolpersteinlegung für Ernst Thälmann teilzunehmen,

nur wenige Tage trennen uns noch von dem Tag, an dem, vor nunmehr 65 Jahren,

am 18. August des Jahres 1944, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands,

Ernst Thälmann, auf direkten Befehl Himmler und Hitlers, feige im Hof des Krematoriums des KZ Buchenwald, ermordet wurde.

 

Nach 11 Jahren Einzelhaft Isolation und Folter, ohne Prozeß, in den unterschiedlichen Gefängnissen und Zuchthäusern

des faschistischen Regimes war er ungebrochen, ein Grund mehr ihn kurz vor dem Ende des so genannten dritten Reiches zu ermorden.

 

Ein Stolperstein für Ernst Thälmann, ein meines Erachtens seit langem notwendiger Akt,

der Ehrung eines Mannes, dessen ganzes Leben, der Kampf für ein besseres Leben war.

Eine Welt in der die Menschen frei von Ausbeutung, Existenzangst, Arbeitslosigkeit, sozialer Ungerechtigkeit, leben sollten.

 

Seine Beliebtheit in der Bevölkerung kam bei den vielen Versammlungen,

Kundgebungen in Hamburg, im ganzen Reich, durch die Teilnahme von Tausenden Menschen zum Ausdruck,

er kannte die Sorgen, die Nöte der Menschen, sprach wie sie, schließlich war er einer von ihnen, Sohn einfacher Eltern,

er besuchte keine Eliteschule, brachte sich vieles selbst bei.

Er war als Gewerkschafter, Hamburger Bürgerschaftsabgeordneter, als Reichstagsabgeordneter,

in Berlin, immer einer aus dem Volk, einer von ihnen.

Unter seiner Führung wurde die Kommunistische Partei Deutschlands zu einer Massenpartei.

 

Der Hamburger Aufstand 1923, der Generalstreik gegen den Kapp-Putsch,

Demonstrationen zum Beispiel zur Fürstenenteignung, Streiks auf den Werften, Arbeitslosenversammlungen, er war dabei!

Es war Ernst Thälmann, der zur Reichspräsidentenwahl 1932, zu der auch er kandidierte, warnte:

 “ Wer Hindenburg wählt...wählt Hitler...und Hitler bedeutet Krieg!“...

diese Parole ging rund um die Welt, alte..., junge... Menschen übernahmen sie.

Das brachte ihm aber auch den Hass der Herrschenden ein, kurz nach der Machtübergabe

durch Hindenburg an die Faschisten wurde er verraten und verhaftet.

 

Ein Stolperstein für Ernst Thälmann bedeutet auch, die Erinnerung an den Sohn Hamburgs wach zu halten,

entgegen der fortschreitenden Geschichtsumschreibung, der Herabwürdigung und des Verschweigens

des kommunistischen Widerstands während der Zeit des Faschismus.

 

Die modernen Bilderstürmer, die mit ihren Straßenumbenennungen, Denkmalsdemontagen

nicht nur die Verdienste der Kommunistinnen und Kommunisten im antifaschistischen Widerstandskampf

in Vergessenheit bringen wollen, versuchen mit so genannten Berichten, angeblich neuen Erkenntnissen,

anlässlich des sechzigsten Jahrestages der Spaltung Deutschlands, durch die Gründung der BRD,

diese Männer und Frauen zum zweiten Mal umzubringen

oder in ihren antikommunistischen Sumpf zu ziehen.

 

Die Gedenkstätte Ernst Thälmann begeht im August diesen Jahres ihren Vierzigsten Jahrestag,

wir werden auch weiter dazu beitragen diesen Bestrebungen Einhalt zu gebieten,

und das und gerade der Name Ernst Thälmann, Sohn seiner Heimatstadt Hamburg  in Erinnerung bleibt.

Wir werden den Jahrestag mit Thälmann-Tagen würdig begehen und laden alle recht herzlich dazu ein.

 

Zum Abschluß möchte ich es aber nicht versäumen unseren Protest auszusprechen zu

den jüngsten Vorkommnissen an und in der eng mit uns verbundenen Gedenkstätte Ziegenhals

in Niederlehme bei Königswusterhausen.

Die Entführung des denkmalgeschützten Boots „Charlotte“ das Ausräumen der Gedenkstätte

sowie das Vorbereiten des Abrisses wird von uns auf das Entschiedenste verurteilt.

Wir werden alles tun einen Abriß zu verhindern und fordern die sofortige Öffnung der Gedenkstätte

und sie wieder ihrer Bestimmung zuzuführen.

Der Freundeskreis der Thälmann Gedenkstätte Ziegenhals hat unsere volle Solidarität!

Wir fordern den Ministerpräsidenten von Brandenburg auf, sofort tätig zu werden! 

 

                    An der Veranstaltung nahmen 72 Leute teil !