Rundbrief aus dem Thälmann-Haus
Nr. 34 (März 2000)
 
Vor 80 Jahren: Die vereinte Arbeiterschaft besiegte Kapp und Lüttwitz| Ernst Thälmann und Kampfgefährten | Ab jetzt auf grosser Leinwand: Filmveranstaltungen in der Gedenkstätte Ernst Thälmann Aus unserer Geschichtswerkstatt  | Lesung  |   Neue Bücher  | Aus unserem Gästebuch | Arbeitskreis Geschichte | Eppendorfer Landstrassenfest  |  Gesucht: MitarbeiterInnen für die Gedenkstätte  |  Spendenaufruf  |  Ernst Thälmann warnte schon 1922 vor der Faschistischen Gefahr |
 

Vor 80 Jahren: Die vereinte Arbeiterschaft besiegte Kapp und Lüttwitz
Am Morgen des 13. März 1920 drangen Truppen der Brigade Ehrhardt in Berlin ein, sangen dabei Lieder wie “Mit Hakenkreuz am Stahlhelm” und erklärten die Regierung für abgesetzt. Reichspräsident Ebert und die Reichsregierung unter Kanzler Bauer flohen zuerst nach Dresden, dann nach Stuttgart.  An der Spitze der Putschisten standen Kapp, ehemals führender Kopf der ultrarechten “Vaterlandspartei” des Kaiserreichs, als neuer Reichskanzler und General Lüttwitz, der sich zum Oberbefehlshaber der Reichswehr machte.
Es rächte sich nun, dass im November 1918 der Einfluss der Anhänger des Kaiserreichs in Staat und Gesellschaft nicht angetastet wurde. Damals waren für die Ultrarechten Ebert, Noske und Scheidemann noch nützlich, um ein Rätesystem wie in Russland zu verhindern und um die Massen mit Parolen wie “Die Sozialisierung marschiert!” hinters Licht zu führen. Jetzt, im Jahre 1920, brauchte man sie nicht mehr als Bollwerk gegen links. Die Mohren hatten ihre Schuldigkeit getan.

Gegen die Kapp-Regierung riefen die Gewerkschaften, SPD und USPD am 13. März, also noch am Tage des Putsches, zum Generalstreik auf, der auch sofort befolgt wurde. Später schloss sich auch die KPD dem Aufruf an. Bedeutsam war, dass die Eisenbahner fast überall mitmachten. Sie verhinderten damit Versuche der Militärs, durch Truppentransporte ihre Kräfte zu bündeln.

In Hamburgs Nachbarschaft hatte sich der Kommandierende der Garnison Altona, Oberst von Wangenheim, den Putschisten angeschlossen. Von der Hamburger Bürgerschaft wurden alle “waffen-fähigen Männer ohne Unterschied der Parteirichtung” (1) aufgefordert, sich der Einwohnerwehr anzuschließen. Auch hier wurde gestreikt. Das sozialdemokratische “Hamburger Echo” schrieb: “Das Straßenbild in Hamburg wird lebendiger. Das Neuartige sind die in voller Ordnung durch die Straßen marschierenden geschlossenen Trupps Zivilisten, Arbeiter, Angestellte und Bürger, die zu ihren Sammelplätzen und zum Waffenempfang marschieren.” (2) Gegen diese Machtdemonstration konnte Wangenheim nichts ausrichten, Bürgerschaft und Senat blieben von den Putschisten unbehelligt.

Zu schweren Kämpfen kam es dagegen in Harburg, das damals wie Altona zu Preußen gehörte. Am Vormittag des 14. März verhafteten bewaffnete Arbeiter mit Carl Gehrmann an der Spitze den Kommandeur des Harburger Pionierbataillons, Major Hueg, weil dieser sich weigerte, sein Ja zur Republik zu geben. Die Gewehre hatten Soldaten der Pionierkaserne zuvor an die Arbeiter verteilt.

Gehrmann gehörte zu den führenden Harburgern Sozial-demokraten. Er war schon öfter bereit gewesen, zusammen mit USPD und KPD Anschläge von rechts abzuwenden. Mitte 1919 vertrat er die Meinung, Scheidemann und  Noske hätten “längst abtreten sollen”, dann wäre die Einigung der Arbeiterschaft von alleine gekommen. (3)

Von der Verhaftung des Majors erfuhr Hauptmann Berthold mit seiner “Eisernen Schar” bei Stade. Er befehligte Truppen, die im Baltikum gegen die Sowjetmacht gekämpft hatten und nun demobilisiert werden sollten. Der Putsch in Berlin war für diese Landsknechte wie ein Lebenselixier. Berthold beschloss nun, mit seinen ca. 800 “Baltikumern” zuerst in Harburg “Ordnung zu schaffen” und sich dann mit Wangenheim und Lettow-Vorbeck (dessen Truppen in Mecklenburg lagen) zu verbünden, um dem Putsch an der Wasserkante zum Sieg zu verhelfen. Nach einigen Mühen (die Eisenbahner streikten ja) gelang es, einen Transportzug von Stade nach Harburg in Bewegung zu setzen.

Einige Sozialdemokraten und Gewerkschaftsführer betrieben jetzt Kirchturmspolitik. Sie nahmen Kontakt zu Berthold auf und bedrängten ihn, in Harburg nicht anzuhalten und weiterzufahren, was ja Hamburg in Gefahr gebracht hätte. Sie wären für diesen Fall sogar bereit gewesen, sich nicht am Generalstreik zu beteiligen.(4) Berthold wollte aber davon nichts wissen. Am Abend des 14. März rückte er von Hausbruch her mit seinen Truppen in Harburg ein. Der Weg zur Pionierkaserne und ins Stadtzentrum war jedoch von bewaffneten Arbeitern und von Pionieren versperrt. Den “Baltikumern” wurde aber gestattet, die Nacht in der Heimfelder Mittelschule zu verbringen.
 Am nächsten Morgen, dem 15. März, war die Schule von Arbeitern umstellt, Strom und Wasser waren gesperrt. Verhandlungen über einen Truppenabzug führten zu nichts, Berthold blieb stur und verlangte u.a. die Freilassung des verhafteten Majors. Es kam dann zu einem heftigen Schusswechsel, bei dem auch Maschinengewehre eingesetzt wurden. 14 Harburger, zumeist Arbeiter, auch ein Schüler, ein Lehrling und ein Soldat des Pionierbataillons, fanden dabei den Tod. Schließlich mussten sich die “Baltikumer” ergeben. Die Schule wurde jetzt von den wütenden Menschen gestürmt. Berthold wollte sich dünnmachen und konnte sich noch in einer Kneipe verstecken. Er wurde jedoch aufgespürt und von der Menge getötet. Die Konservativen in Harburg haben diese Tat nie verziehen. Diese Kreise zuckten damals nicht einmal mit den Achseln, wenn Tausende Arbeiter standrechtlich erschossen wurden. Aber ein hochdekorierter Offizier, der von Arbeitern besiegt wird und dabei umkommt – das konnte und durfte es einfach nicht geben!

Der Kapp-Putsch brach schließlich am 17. März zusammen. Der einheitlich geführte Generalstreik hatte den Sieg der Putschisten verhindert. Es war einer der wenigen Fälle in der Weimarer Republik, wo die Arbeiterklasse bewies, dass sie den Sieg davontragen konnte, wenn sie einig handelte.

Um künftige Staatsstreiche zu verhindern, wollten die Gewerkschaften den Streik allerdings nicht einfach abblasen, sondern verlangten einen größeren Einfluss in einer neu zu bildenden Regierung im Reich und in Preußen,  Bestrafung und Entwaffnung aller Putschisten und republikfeindlichen militärischen und paramilitärischen Verbände und sofortige Inangriffnahme der Sozialisierung. (5) Das wurde der Berliner Streikleitung auch zugestanden. Noske musste am 22. März seinen Hut nehmen, so sehr Ebert sich auch bemühte, ihn zu halten.

In Hamburg wurde der Generalstreik schon am 16. März beendet, wogegen Teile der USPD heftig protestierten. Auch Ernst Thälmann sprach auf mehreren Versammlungen gegen den Abbruch des Streiks und forderte die Arbeiter auf, später die Waffen mit an die Arbeitsstelle zu nehmen, um für “besondere Ereignisse” gerüstet zu sein. (6) Es kam zu Streiks gegen die Entwaffnung der Arbeiter, die aber nichts fruchteten. Am 22. März wurde in Hamburg wieder überall gearbeitet.
Auch im Ruhrgebiet, wo sich zur Abwehr der Putschisten eine “Rote Ruhr-Armee” gebildet hatte, wollten die Arbeiter die Waffen nicht ohne feste Garantien hergeben. Es gab Verhandlungen, Ultimaten, Streikaufrufe und Zusammenstöße. Am 2. April  griff die Regierung zu einem “bewähr-ten” Rezept: Sie setzte die Reichs-wehr in Marsch. Die gleichen Truppen, die sich am 13. März strikt weigerten, gegen die Kapp-Putschisten vorzugehen, rückten nun gegen die Arbeiter ins Ruhrgebiet ein.

Es änderte sich also im Grunde nichts. Kapp und Lüttwitz waren zwar besiegt worden. Aber die Entmachtung und Entwaffnung aller demokratie-feindlichen Kräfte, die Säuberung von Armee, Polizei und Justiz wurden auch nicht in Ansätzen versucht, schon gar nicht die 1918 versäumten gesellschaftlichen Veränderungen wie die Zerschlagung des ostelbischen Großgrundbesitzes und Vergesellschaftung der Kriegs- und Schwerindustrie.
Fünf Jahre später trat die erzreaktionäre Deutsch-nationale Volkspartei, die geistige Heimat vieler Kapp-Putschisten, in die “Bürgerblockregierung” des Kanzlers Luther ein. Ernst Thälmann schrieb damals zum fünften Jahrestag des Kapp-Putsches: “Das Proletariat bekommt jeden Tag die Bilanz dieser fünf Jahre von Kapp bis Luther vorgerechnet: Die Beseitigung des Achtstundentages, die Senkung des Reallohnes, die brutale Verschärfung des Antreibersystems, die Maßregelung von Zehntausenden revolutionärer Kollegen, der Abbau von Hunderttausenden von Beamten, Angestellten und Arbeitern aus den Reichs-, Staats- und Gemeindebetrieben, die Einkerkerung von Tausenden proletarischer Kämpfer, die dauernde Verschärfung der Kommunistenverfolgungen –, sie sind das Gegenstück zu der vollständigen Auslieferung der Verwaltung, der Reichswehr und der Polizei, der Justiz und der Schule an die größten Scharfmacher der Schwerindustrie. ... Es kommt darauf an, dass die Ausgebeuteten in den Fabriken, in den Kontoren, in den Amtsstuben und auf dem Lande erkennen, wie es möglich war, dass trotz aller Kämpfe die Bourgeoisie eine Position nach der anderen für sich erobern und verstärken konnte.” (7)
                                        Hans-Joachim Meyer

Anmerkungen:
(1): Stenografische Berichte der Bürgerschaft, zit. nach: Günter Hortzschansky u.a.: Ernst Thälmann. Eine Biographie. Frankfurt (Main) 1979, Seite 88
(2): Hamburger Echo 16. März 1920 (Morgenaus-gabe), zit. nach: Günter Hortzschansky u.a., ebd.
(3): Volksblatt für Harburg, Wilhelmsburg und Umgegend, 5. Juni 1919, zit. nach: Jörg Berlin: “Lynchjustiz an Hauptmann Berthold” oder Abwehr des Kapp-Putsches? In: Jörg Berlin (Hrsg.): Das andere Hamburg. Köln 1981, Seite 210.
(4): Nach: Otto Adler: Der Blutmontag in Harburg. Harburg 1920, Seite 8.
(5): Franz Osterroth, Dieter Schuster: Chronik der deutschen Sozialdemokratie. Hannover 1963, Seite 242.
(6): Günter Hortzschansky u.a., ebd. Seite 89
(7): Die Rote Fahne, 13. März 1925, zit. nach: Ernst Thälmann: Reden und Aufsätze zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Band I. Berlin (DDR) 1955, Seite 123 f.
 

Film
Aus Anlass des 80. Jahrestages des Kapp- Putsches (13. 3. 1920) und des Kampfes der Roten Ruhrarmee (Beginn 15.3. 1920)
gegen die Konterrevolution
zeigen wir den Film
"Barrikaden an der Ruhr"
Mittwoch 15. März 2000 19 Uhr
Vortrag
"Die Leninsche Imperialismustheorie und der heutige Kapitalismus" und Diskussion
Referent: Willi Gerns
Sonnabend 18. März 2000 10-13 Uhr

in der Gedenkstätte Ernst Thälmann

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Ernst Thälmann und Kampfgefährten - Eine neue Dokumentation in Bild und Text
Das Kuratorium „Gedenkstätte Ernst Thälmann“ gibt Anfang Mai 2000 eine Dokumentation in Bild und Text  heraus. Diese Dokumentation - die Herausgabe wurde 1996, anlässlich des 30. jährigen Bestehens der Gedenkstätte -beschlossen, - ist von der Bezirksversammlung Hamburg-Nord gefördert worden. In über 50 Seiten werden die 32 Vitrinen und viele der Ausstellungstafeln dokumentiert. Gleichzeitig werden besondere Exponate hervorgehoben.
Im Vorwort wird auf die Entwicklung der Gedenkstätte hingewiesen, die 1969 eingerichtet worden war in der ehemaligen Schuhmacherwerkstatt im Parterre des ehemaligen Wohnhauses von Ernst Thälmann. 1976 wurde die Ausstellung nach wesentlicher Vergrößerung der Ausstellungsfläche und unter Einbeziehung zahlreicher neuer Dokumente, vor allem aus den Zentralen Parteiarchiv des Instituts für Marxismus-Leninismus, zum 90. Geburtstag Ernst Thälmanns wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
„Die geschichtlichen Leistungen Ernst Thälmanns“ - so schließt das Vorwort - „sein Wirken für Freiheit und Gerechtigkeit, für eine Welt ohne Krieg, Faschismus und Ausbeutung, behalten ihre Gültigkeit auch im 21. Jahrhundert. Darum wird unser Kuratorium fortfahren, Erfahrungen und Erkenntnisse Thälmanns und seiner Kampfgefährten insbesondere jüngeren Menschen zu vermitteln.“
Eine Kurzbiografie Ernst Thälmanns schildert den Werdegang und die politische Tätigkeit von der Kindheit, über seine Arbeit als junger Mensch in der SPD, als Vorsitzender der KPD bis zu seiner Festnahme durch die Nazis 1933. Besonderer Wert wurde auf die Zeit gelegt, als Thälmann - aus den faschistischen Kerkern heraus - weiterhin wichtige politische Hinweise für die Arbeiterbewegung gab. „Thälmanns letzte bekannt gewordene Niederschrift von Anfang 1944 ‚Antwort auf Briefe eines Mitgefangenen‘ kann als sein politisches Testament angesehen werden. In ihm legt er seine und die Positionen der deutschen Kommunisten dar und stellt sie der Demagogie, dem Terror und den Kriegsverbrechen des deutschen Faschismus gegenüber.“
Die Wiedergabe der Dokumentation ist im Inhaltsverzeichnis in fünf Abschnitte gegliedert:
- Thälmann - Von Transportarbeiter zum Vorsitzenden der KPD
- Thälmann als Gefangener Hitlers in Berlin und Hannover
- Widerstand und Verfolgung in Hamburg 1933 - 1945
- Thälmanns Haft in Bautzen und Tod im KZ Buchenwald
- Die Über-lebenden - Aktivisten der ersten Stunde
Diese Gliederung kann dem Besucher das Verständnis für die chronologische Aneinanderreihung der Ausstellungsstücke erleichtern.
Die Broschüre soll aber nicht nur Begleiter in der Hand des Ausstellungsbesuchers sein, ein Leitfaden gewissermaßen. Es werden auch Hinweise gegeben auf das, was leicht ‚als Kleingedrucktes‘ aus Flugblättern und Zeitungen übersehen werden kann.
So in Vitrine 12: Thälmanns Vision vom Roten Hamburg, „wenn der Tag gekommen ist, wo von Wladiwostok am Stillen Ozean bis Brunsbüttelkoog die Arbeiterschaft herrscht.“
Die Verfasser der Broschüre haben sich an den Auftrag gehalten, die Ausstellung zu dokumentieren, nicht, sie zu kommentieren. So erhält der Leser, wie der Besucher der Ausstellung eine Darstellung der Ereignisse aus damaliger Sicht. Angesichts der Fülle von heutigen Betrachtungen und Einschätzungen in Zeitschriften und Büchern neueren Datums, ein Vorteil der Ausstellung, der bewahrt werden soll.
Wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind neben den dokumentierten Exponaten in den Vitrinen auch die Ausstellungstafeln:
„Zum ehrenden Gedenken an die Mitglieder der Bürgerschaft, die 1933 - 1945 Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden“ und „Zum ehrenden Gedenken an kommunistische Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft, die seit 1937 in der UdSSR umgekommen oder verschollen sind.“
Eine „Kleine Chronik“ der Gedenkstätte von 1969 - 1999 beschließt auf immerhin 14 Seiten die Dokumentation:
Mehrere tausend Hamburger nahmen an der Eröffnungskundgebung der Gedenkstätte am 18. August 1969 teil, auf der Hein Fink, ehemaliger Vorsitzender der KPD Hamburg und der Vorsitzende der DKP, Kurt Bachmann, sprachen. Fünf Jahre später, im Januar 1974, wurde das Kuratorium der Gedenkstätte vom Amtsgericht Hamburg als e.V., eingetragen und als gemeinnützig und förderungswürdig anerkannt. Im Jahr 1981 erreichte die Zahl der Gedenkstättenbesucher - so die Kleine Chronik – 12.000 Gäste, davon 2.500 ausländische Gäste aus 31 Ländern. Es kamen zahlreiche Gruppen, die am Evangelischen Kirchentag teilnahmen, ebenso 73 Schulklassen, Gruppen und Gewerkschafter. 1984 besuchten 15.300 Gäste die Gedenkstätte. Im gleichen Jahr verkündete Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, dass Hamburg wieder eine Ernst-Thälmann-Straße erhalten werde. Am 5. März 1985 beschließt der Hamburger Senat, die Fläche vor der Gedenkstätte in Ernst-Thälmann-Platz umzubenennen. Die Kleine Chronik dokumentiert auch die internationalen Anstrengungen für ein Denkmal der Arbeiterbewegung und des antifaschistischen Widerstandes auf dem Ernst-Thälmann-Platz. Eine Initiative, die nicht erfolgreich geworden ist. Seit Ende 1989 wurde von verschiedenen Seiten - besonders von der CDU - versucht, die Benennung des Ernst-Thälmann-Platzes zu revidieren. Die Attacken konnten zurückgewiesen werden.
Hans Rondi
Die Publikation „Thälmann und Kampfgefährten“ wird mit einer Schutzgebühr von DM 7.- vertrieben.
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Ab jetzt auf grosser Leinwand: Filmveranstaltungen in der Gedenkstätte Ernst Thälmann
Durch die solidarischen Spenden vieler Freundinnen und Freunde, denen auch an dieser Stelle noch einmal gedankt wird, konnte Anfang des Jahres die geplante Einrichtung einer Videogroßbildanlage in der Gedenkstätte vollendet werden. Filmbilder, deren Größe sich nicht von der des Fernsehapparates unterscheiden, gehören nun der Vergangenheit an. Nein, in ein Programmkino im Stil des ‚Cinemax‘ hat sich die Gedenkstätte nicht verwandelt. Doch von einer ansehnlichen Leinwandgröße sowie hoher Bild- und Tonqualität - ohne dass das Aussehen der Räumlichkeiten merklich verändert wurde! - haben sich am 27. Januar schon viele Zuschauerinnen und Zuschauer überzeugen können: Mit der Vorführung des DDR-Spielfilms „Jakob der Lügner“ nahm die Gedenkstätte Ernst Thälmann an dem Veranstaltungszyklus des Bezirksamts Nord zum 55. Jahrestag der Befreiung des faschistischen KZ Auschwitz durch die Rote Armee teil.
Mit der jetzt zur Verfügung stehenden modernen Technik kann die Gedenkstätte den Dokumentar- und Spielfilm in qualitativ neuer und weit verbesserter Weise als Mittel der antifaschistischen Erziehung und Bildung sowie der Bewahrung und Verteidigung des revolutionären Erbes Ernst Thälmanns, der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung einsetzen. Dies ist der Rahmen und die Zielsetzung für die mit dieser Technik verbundenen zukünftigen Film- und Diskussionsveranstaltungen. An der dringenden Notwendigkeit einer solchen Arbeit kann es keinen Zweifel geben - sie wird tagtäglich bewiesen von Fernseh- und Kinoprogrammen, die von der hohlen Ablenkung von wirklichen gesellschaftlichen Problemen über Verzerrung und Verfälschung der Geschichte und Gegenwart bis zu offener rassistischer und faschistischer Propaganda und Verherrlichung imperialistischen „Herrenmenschentums“ reichen.
Uns dagegen steht eine große Auswahl der Arbeiten von Filmschaffenden der DDR, der Sowjetunion und anderer sozialistischer Länder aus sieben Jahrzehnten, von antifaschistisch, antiimperialistisch und humanistisch gesinnten Dokumentaristen und Regisseuren auch der kapitalistischen Welt aus Vergangenheit und Gegenwart zur Verfügung. Wir werden uns bemühen, diese Arbeiten in größtmöglichem Umfang zu nutzen. Und weit über den Genuss der Schönheit so manchen filmischen Kunstwerke hinaus sollen diese Einblicke auf Abschnitte des antifaschistischen und antiimperialistischen Kampfs, den proletarischen Internationalismus und die Solidarität der Ausgebeuteten und Unterdrückten auch Lehrreiches und Mobilisierendes für heutige und zukünftige Aktivitäten vermitteln. Sicher werden dazu auch neue Arbeiten kommen von Filmschaffenden, die sich von den derzeitigen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kräfteverhältnissen nicht daran hindern lassen, das Mittel Film im Kampf für Frieden, Fortschritt und Sozialismus einzusetzen.
Die Gedenkstätte Ernst Thälmann wird sowohl einzelne Filme in Veranstaltungen zu aktuellen und historischen Anlässen zeigen als auch versuchen, Filmtage zu organisieren, um in einem größeren Rahmen Ereignisse und Entwicklungen darzustellen. Eine konkrete Planung zielt zunächst auf das Ende des kommenden März. Am 6.April 1941 griff die deutsche faschistische Wehrmacht Jugoslawien an. Dieser Eroberungsfeldzug war die unmittelbare Vorbereitung des am 22.Juni 41 folgenden Überfalls auf die friedliche sozialistische Sowjetunion. Fast genau 58 Jahre später, am 24.März 1999, überfiel der NATO-Kriegspakt wieder die Bundesrepublik Jugoslawien, die niemanden angegriffen oder auch nur bedroht hat. Unter maßgeblicher Beteiligung der sozialdemokratisch-grün regierten BRD wurden Völker- und Kriegsrecht sowie das Grundgesetz gebrochen. BRD-Kriegsflugzeuge legten wie einst die faschistische Luftwaffe Wohnviertel, Fabriken, Krankenhäuser, Schulen in Schutt und Asche und er-mordeten Zivilisten. Mit dem 24.März 1999 wurde das Versprechen, nie wieder solle von deutschem Boden Krieg ausgehen, in die Geschichte „entsorgt“. Am Vorabend des Jahrestages dieses höchst bedeutsamen Einschnitts in die europäische Entwicklung seit 1945 - am DONNERSTAG, den 23. März um 18.3o Uhr - wird die Gedenkstätte Ernst Thälmann in einer Gedenkveranstaltung sowie zur Mobilisierung für die Antikriegsdemonstration am 24. März zwei Filme zeigen. Mit ihnen soll zugleich der Zusammenhang zwischen der Aggression des faschistischen deutschen Imperialismus 1941-45 und dem gegenwärtigen imperialistischen Angriff unter Nato-Führung gezeigt werden:
- „VERBRECHEN DER WEHRMACHT“ ist der Titel einer  50-minütigen DDR Dokumentation von 1988. Die Autoren zeigen Aufnahmen faschistischer Untaten in Serbien und der UdSSR zusammen mit Bildern der Tatorte, wie sie sie Jahre später im Frieden vorfanden.
- Der NATO-Bombenkrieg gegen die BR Jugoslawien Wurde in Vielen Filmberichten dokumentiert, die uns fast vollständig durch die NATO-Zensur vorenthalten wurden, eine Zensur, die in der Zerbombung des jugoslawischen Fern-sehens und der Ermordung seiner Mitarbeiter ihren Höhepunkt hatte. Der jugoslawische Regisseur DRAGOSLAV LAZIC schuf noch 1999 einen Spielfilm über diesen Krieg, dessen Szenen er immer wieder mit Originalaufnahmen der Bombenangriffe, Zerstörungen und Opfer unterbricht: „RANJENA ZEMLJA“ - „VERWUNDETE ERDE“ heißt diese 9o Min. lange Arbeit, die im Anschluß an „Verbrechen der Wehrmacht“ von den Verbrechen der Nato berichtet. Der gespielte Filmteil zeigt sehr verschiedene Menschen, die sich unter den NATO-Bomben im Schutzraum begegnen und auseinandersetzen: Mutige, gläubige, oppositionelle, feige, kämpferische, die zu ihrem ange-griffenen Land stehen. So ist „VERWUNDETE ERDE“ auch eine be-eindruckende Widerlegung der NATO-Lüge von einer „Gleichschaltung“ der Medien der demo-kratischen BR Jugoslawien. Da der Film bisher nur im O-Ton vorliegt, wird er begleitend kommentiert/ übersetzt werden.
- Am 1. Mai dieses Jahres jährt sich zum 25.Mal der Sieg des von seiner Kommunistischen Partei und Befreiungsfront geführten vietnamesischen Volkes über die USA-Aggressoren, und ihre Marionetten. Aus diesem Anlass wird die Gedenkstätte Ernst Thälmann am 1. Mai, nach der Demonstration zum internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, um 16 Uhr, den Jahrestag des großen Sieges etwas feierlich begehen und den Film „ DER 17. BREITENGRAD“ zeigen. Der holländische Kommunist und Meister des Dokumentarfilm Joris Ivens wurde schon 1958 bekannt, als er mit Ernest Hemingway den antifaschistischen Freiheitskampf des spanischen Volkes unter dem Titel „Spanische Erde“ filmte. Mit 7o Jah-ren ging er 1969 nach Vietnam und schuf, teils selbst mit im Bombenhagel der Aggressoren, mit dem „17. Breitengrad“ einen großartigen Bericht über den heldenhaften Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes, in dem seine schöpferische Kraft unter kompliziertesten Be-dingungen und besonders das Zusammenwirken von „“Parteiorganen, Armee, Miliz und Massen gegen den mächtigen Feind sichtbar wird. Der Film dauert 9o Minuten und soll umrahmt werden von kämpferischer Musik aus jenen Jahren des zugespitzten internationalen Klassenkampfs.
Die Gedenkstätte Ernst Thälmann hofft für diese und alle folgenden Filmveranstaltungen auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher und wünscht schon jetzt viele lehrreiche, anregende und bewegende Stunden.  W.H

KINO IM THÄLMANN-HAUS
Donnerstag, 23. März 2000 18.30 Uhr
Aus Anlass des l. Jahrestages des NATO - Bombenkrieges gegen
die BR Jugoslawien zeigen wir zwei Filme:
-  Verbrechen der Wehrmacht
eine DDR- Dokumentation von 1988 über den Vernichtungskrieg der Faschisten gegen Jugoslawien 1941 - 45               (30 Minuten)
-  Verwundete Erde
Jugoslawischer Spielfilm von 1999 über den NATO-Krieg mit Originalaufnahmen der Zerstörungen und Opfer  (90 Min.)
Donnerstag, 30. März 19 Uhr
Zum l. Jahrestag des NATO Bombenkrieges gegen die BR Jugoslawien zeigen wir zwei Kurzfilme des Friedenskomitees Ottensen:
-  Die NATO zerstört die Lebensgrundlagen auf dem Balkan          (25 Minuten.)
Die Medien und die NATO Kriegspropaganda  (29 Minuten.)
Sonntag 16. April    16 Uhr (Nach dem Marathonlauf) Wir begehen den 114. Geburtstag von Ernst Thälmann Wir zeigen den Film:
Im Jahr 1932 - der rote Kandidat Dokumentarfilm DDR 1986           (90 Minuten)
Mit dem Film wird versucht, die Atmosphäre Anfang der dreißiger Jahre einzufangen; den Kampf der Hitlergegner voran die KPD und Ernst Thälmann, der im April 1932 zur Reichspräsidentenwahl kandidiert, sowie ihr Ringen um Einheit der Arbeiterklasse, und auf der anderen Seite der sich immer brutaler formierende Faschismus.Die Repressa-lien der sterbenden Weimarer Republik und die Terroranschläge der Nazis gegen die Kräfte des Widerstandes verstärken sich im Jahr 1932.
Montag l. Mai 16 Uhr (nach der Maidemo),
Aus Anlass des 25. Jahrestages des vietnamesischen Volks-Sieges über die USA Aggressoren und ihre Marionetten zeigen wir den Film:
Der l7. Breitengrad
Sein Schöpfer ist der holländische
Dokumentarfilmer Joris I v e n s.
1969  begab er sich nach Vietnam, und verfasste vor Ort seinen Bericht
weitere Aufführungen sind geplant:
 "Iwans Kindheit" von dem sowj. Regisseur Andrej Tarkowskij,
sowie den Dokumentarfilm
"Der  gewöhnliche Faschismus".
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Aus unserer Geschichtswerkstatt
An einen Familienangehörigen übergaben wir Lebendsdaten über Johann Westphal, 1886 -1954. Kam 1920 von der USPD zur KPD. 1924 -1933 und 1946 - 1949 Abgeordneter der KPD in der Hamburger Bürgerschaft. Mitunterzeichner der Erklärung der Bürgerschaftsfraktion der KPD zur Übernahme des Senats durch die Nazis am 8. März 1933. Mitunterzeichner des Aktionsprogramms der Hamburger KPD und SPD vom 24. Juli 1945.
Für eine Spurensache von W. Reschke und R. Möller im „Steinburger Jahrbuch 2000“, Itzehoe 1999, machten wir Angaben über Elise Augustat, 1889 - 1940. Kam 1921 von der USPD zur KPD. Zunächst im Kreis Steinburg (Lägerdorf) politisch tätig. 1929 Leiterin der Frauenabteilung der Bezirksleitung Wasserkante. 1930-1933 Reichtagsabgeordnete der KPD. Vertrat ab Juli 1932  den Wahlkreis 34 Harburg. Ab September 1939 Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Verstarb während einer zeitweiligen Haftunterbrechung Anfang März 1940.
Für den ersten Teil der Neugestaltung der KZ Gedenkstätte Dachau (Bunker) überreichten wir dem „Haus der bayerischen Geschichte“ in Augsburg Lebensdaten und ein Foto von Paul Tastesen,  1899 - 1974. Kam 1920 von der USPD zur KPD. 1927 - 1931 und 1946 Abgeordneter der KPD in der Hamburger Bürgerschaft. 1949 –1953 Deputierter der Baubehörde. Nach dem Machtantritt der Nazis zweieinhalbe Jahre Zuchthaus. Mai - Dezember 1936 KZ  Dachau. 1938 erneut zu eineinhalb Jahres Zuchthaus verurteilt. Von Frühjahr 1969 bis zu seinem Tode am 10. Oktober 1974 Vorsitzender des Kuratoriums der „Gedenkstätte Ernst Thälmann” in Hamburg.
Für eine wissenschaftliche Arbeit über Publizisten der 20er und 30er Jahre gaben wir Lebensdaten über Larissa, Michalowna Reissner, 1895 - 1926, russisch - sowjetische Schriftstellerin. Sie schrieb Skizzen über den russischen Bürgerkrieg, auch über den Hamburger Aufstand von 1923 und die sozialen Gegensätze im Nachkriegsdeutschland.
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Lesung mit Heinz Schmidt
Der Autor liest aus seinem Buch: "Ich war, ich bin, ich werde sein. Gedanken auf dem Weg zu Karl und Rosa". Dieses Werk widmet Heinz Schmidt allen die in erfolgreichen und leidvollen Zeiten den wissenschaftlichen Kommunistischen Lehren und Idealen die Treue halten.
Im Vorwort seiner Schrift heißt es: "Für mich begann 1989 die Zeit der Berge von Lügen, unter denen auch der letzte Rest Wahrheit begraben werden soll. Außerdem ist dieses Buch nicht für jene gedacht, deren Urteil über die DDR schon gefallen ist, sie sei ein 'Unrechtsstaat'."
Heinz Schmidt ist Vorsitzender des Freundeskreises Ernst Thälmann Gedenkstätte e.V. in Berlin
SeniorInnentreffen: Dienstag 11. April 2000 um   15 Uhr
in den Räumen der Gedenkstätte.
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NEUE BÜCHER
Ludwig Eiber
Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Hansestadt Hamburg in den Jahren 1929 bis 1939 Werftarbeiter, Hafenarbeiter und Seeleute: Konformität, Opposition, Widerstand.
Peter Lang GmbH, Europäischer Verlag der Wissenschaften Frankfurt am Main 2000   815 Seiten ISBN 3-631-31727 - l
Zugl.: Hamburg, Univ., Habil. -Schrift, 1997

Zu den Wirkungsstätten des Historikers Ludwig Eiber in Hamburg gehörte von I980 -1988 die KZ Gedenkstätte Neuengamme und von 1989 -1991 die Hamburger Stiftung für Sozialgeschichte des 20.Jahrhunderts. (Dokumentation Hamburger Arbeiterbewegung der 30er Jahre)

Auf der Grundlage umfangreicher Archivquellen, darunter auch aus dem Fundus unserer Ernst Thälmann-Gedenkstätte, durch die Auswertung diverser Zeitungen, Zeitschriften, amtlicher und Verbands -Veröffentlichungen, von weit über 800 Titeln relevanter Literatur und 64 Tabellen, schuf der Verfasser ein beeindruckendes Werk. Darin verbinden sich gründliche Analyse und sorgfältige Wertungen. Spürbar wird wie engagiert er sich gegenüber der von ihm behandelten Thematik verhält. Im Zentrum des Buches stehen die soziale Situation und das politische Verhalten des Kerns der Ham-burger Arbeiterschaft der Hafen und Werftarbeiter sowie der Seeleute in den ersten sechs Jahren des Naziregimes.

Neben den Arbeitsbedingungen  und sozialen Verhältnissen im Werft -Hafen -und Seeleute-Bereich zunächst in den Jahren 1929 -1933 wird untersucht wie sich in den ersten Jahren unter der Naziherrschaft der Widerstand von Kräften der politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung entwickelte.

Da die Ausrichtung der Geschichtsarbeit unserer Gedenkstätte die Arbeiterbewegung, insbesondere die kommunistische Bewegung ist, findet unser besonderes Interesse das in dem Buch u.a. am Beispiel der Werft Blohm & Voss die dortige KPD Betriebszelle in den Jahren 1933 -36 und die KPD Abschnittsleitung  Nord und ihre Verbindungen zu Blohm & Voss in den Jahren, 1936 - 1939 dargestellt werden. Ebenso sind Angaben über die KPD Parteiorganisation im Hafen und über kommunistische Zellen an Bord von Schiffen zu erfahren. Eine Schlussfolgerung im Buch lautet: Die Hambur-ger Hafen- und Werftarbeiterschaft blieb „rot“ und in ihrer Mehrheit gegenüber dem Regime oppositionell eingestellt.

Ludwig Eibers Buch bringt unserer Geschichtsarbeit fundierte wertvolle Anregungen.

Klaus Kinner
Der deutsche Kommunismus Selbstverständnis und Realität Band l
Die Weimarer Zeit Karl Dietz Verlag Berlin 1999   239 Seiten ISBN 5 -320- 01979 -l

Bei dem Buch handelt es sich im wesentlichen um eine Zusammenfassung von Aufsätzen des Verfassers, die das „Neue Deutschland“ im Herbst 1998 in einer Fortsetzungsreihe veröffentlicht hat. Es ist keine geschlossene Geschichte der KPD von der Gründung bis zur Machtübergabe an den Faschismus, sondern eine skizzenhafte Darstellung dieser Geschichte um bestimmte Schwerpunkte gruppiert. Dem Leser wird viel neues Quellenmaterial geboten, das in der Vergangenheit nicht zugänglich war.  Wer von unseren Lesern den Auftritt Klaus Kinners  auf einer unserer Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen im September 1995 erlebt hat weis das für ihn die Kardinalfrage bei der Beurteilung der KPD in  der Weimarer Republik das Selbstverständnis der Partei gewesen ist, in einer nichtrevolutionäres Phase revolutionäre Politik machen zu wollen. Nun durchziehen auch sein Buch wie ein roter Faden die Auseinandersetzungen in der KPD wie in der Komintern um die Frage wie revolutionäre Politik unter nicht revolutionären Bedingungen zu entwickeln ist um eine flexible, die Realitäten berück-sichtigende Politik oder fundamentalistischen Revolutionarismus. Dabei wird in Kinners Darstellung eine gewisse Tendenz sichtbar, die darauf hinausläuft, das Vorschläge und Initiativen in die erste Richtung stets von den „Rechten“ und der „Mittelgruppe“ ausgegangen seien, während Thälmann nur für die andere Politikkonzeption stehe. Selbst da, wo er flexible Positionen bei Thälmann zugesteht, ist er bemüht, Gründe zu finden, mit denen diese Feststellungen wieder entwertet werden können. In diesem Zusammenhang lässt sich ein Grundmangel in Kinners Buch erkennen, die unkritische Bewertung der Politik der SPD in der Weimarer Republik.

Natürlich geht es bei seinem Buch um einen Beitrag zur Geschichte der KPD und nicht um eine SPD Geschichte. Aber die Geschichte der KPD in der Weimarer Republik, das politische Wirken von Ernst Thälmann, kann nicht verstanden werden ohne sie in engsten Zusammenhang mit der Politik der SPD in dieser Zeit zu stellen. Kinner nennt zwar einige problematische Positionen und Handlungen der SPD, aber selbst an den wenigen Stellen wo dies geschieht, versucht er sie in der -Regel noch durch die Politik der KPD zu relativieren. Gleichwohl enthält Klaus Kinners Buch beachtenswerte Anregungen für unsere Geschichtsarbeit. Dies mit dem Ziel, die Leistungen wie die -Fehlentwicklungen der Vergangenheit aufzuarbeiten und für heute nutzbar zu machen.
 J.W.
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Aus unserem Gästebuch
Eintragungen seit September 1999
Mit Freuden habe ich die Gedenkstätte besucht. Ich wünsche Euch viel Erfolg in der Vermittlung der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung.
Ralf Stengel, Cottbus
Danke für die ausführliche Information
N. Merhain
Auch beim dritten Besuch seit 1990 möchten wir uns für den großen persönlichen Einsatz der Genossen, das Andenken an Ernst Thälmann zu wahren, herzlich bedanken. Es ist immer wieder beeindruckend, die Dokumente zu sehen, auch wenn man sie schon kennt.
Käthe und Jannek Streber, Berlin
Unseren Besuch in Hamburg, um mit den deutschen Pädagogen/ innen für den Frieden zu arbeiten, haben wir auch die Erinnerung an Ernst Thälmann gewidmet. Wir danken den Genossen für die Führung durch die Gedenkstätte. Es ist schön Gleichgesinnte zu treffen.
Elke Renner und Karl-Heinz Walter aus Wien.
Die Klasse HH 995 von der Handelsschule Harburg besuchte diese Ausstellung mit großem Interesse.
S. Obermayer (Klassenlehrerin)
Wie konnte all dies passieren? So viele, die dagegen ankämpften mussten ihr Leben lassen. Dies soll uns eine Mahnung sein, nie zu vergessen, was zu unserer Geschichte gehört; unsere Rechte zu schützen, damit es nie, nie wieder zu so einer Zeit kommt. Damit nie wieder Menschen ihr leben lassen müssen, weil sie anderer Meinung waren. Doch welche Position hätte ich in dieser schweren Zeit vertreten? Hätte ich Widerstand geleistet? Doch heute weiß ich es, denn all die Menschen wie -Ernst Thälmann und die Nazizeit öffnen mir die Augen. Ich werde kämpfen für eine gerechtere Welt.
Brigitta Hölter
Eintrag beim Besuch der Klasse 10 c der Gesamtschule Eppendorf
Leute, bedenkt Euer Tun, überlegt, was ihr macht, damit es niemals mehr zu einer Wiederholung kommt.
Eintrag einer Schülerin
beim Besuch des Margaretha - Rothe - Gymnasium
Wir hoffen und wünschen uns, dass die Ernst - Thälmann -Gedenkstätte mit ihren aufschlussreichen Dokumenten und Flugblätter insbesondere für die Jugend für immer erhalten bleibt.
Horst G., Hamburg
Jürgen K., Bremen
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Aus dem Arbeitskreis Geschichte
Zur Zeit arbeiten wir an dem ProjektZeitzeugInnen  zur Geschichte der Kommunistischen Arbeiterbewgung in Hamburg (1918 - 1989).
Wer sich als ZeitzeugInn befragen lassen möchte, oder Material zur Verfügung stellen kann, aber auch wer mitarbeiten will, kann zu einer unserer Sitzungen kommen oder sich auch telefonisch bei der GeDenkstätte melden. Tel. + Fax :  040-474 184
 
 

Eppendorfer Landstrassenfest
Die GeDenkstätte beteiligt sich neben anderen Vereinen und Organisationen am Eppendorfer Landstrassenfest 2000 am 1./2. Juli
Wir werden uns im Hüttendorf auf dem Karstadt-Vorplatz präsentieren.
Wer sich an unserem Stand an diesem Wochenende auch stundenweise beteiligen kann melde sich bitte!!
 

Gesucht: MitarbeiterInnen für die Gedenkstätte
Um die Arbeit in der GeDenkstätte Ernst Thälmann weiter auszubauen und auf mehrere Schultern zu verteilen, brauchen wir dringend neue MitarbeiterInnen. Alle Freunde und Genossen, die etwas Zeit und Lust haben, sich für die Arbeit in der GeDenkstätte interessieren, sind eingeladen  mit einzusteigen.
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SPENDEN
Für die Sicherung der Gedenkstätte Ernst Thälmann in Hamburg sind wir dringend auf die weitere Unterstützung der Freunde und Genossinnen und Genossen angewiesen. Bitte erteilt uns
einen Abbuchungsauftrag- Andere Zahlungsweisen sind mit höheren Kosten verbunden. Einzugsermächtigung
Ich spende monatlich/ vierteljährlich / halbjährlich DM 10.—,DM 20.-,DM 50.-,DM 100.-, DM 200.-(bitte ankreuzen)
Ich ermächtige die Gedenkstätte Ernst Thälmann e.V. bis auf Widerruf (schriftlich oder telefonisch) die von mir zu entrichtete Spende
in Höhe von DM   ......................................... von meinem
Konto-Nr.  ................................................BLZ ..................................................Bank...........................................................einzuziehen.
Alle Spenden sind steuerlich absetzbar. Spendenbescheinigungen werden regelmassig zugeschickt,
Vorname, Name......................................................................................................................................................................................
Straße, Hausnr .........................................................................................PLZ., Ort..............................................................................
Datum........................................................ Unterschrift........................................................................................................................
(Einsenden an: Gedenkstätte Ernst Thälmann e.V. Tarpenbekstraße  66 /Thälmannplatz 20, 20251 Hamburg, Tel: 040-474184)
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Ernst Thälmann warnte schon 1922 vor der Faschistischen Gefahr
Lange bevor das deutsche Finanzkapital Anfang der dreißiger Jahre die faschistische Diktatur Schritt für Schritt anbahnte hat Ernst Thälmann die Gefahr des Faschismus analysiert und ist gegen sie aufgetreten. Am 24. Juni 1922 wurde Walther Rathenau, Außenminister der Weimarer Republik, von Angehörigen der terroristischen „Organisation Consul“, einer Zusammenrottung ehemaliger Offiziere, auf offener Straße ermordet. Rathenau war im April 1922 in Rapallo auf das Angebot der Sowjetregierung eingegangen, einen Vertrag in beiderseitigen Interesse abzuschließen. Nach dem Attentat kam es in Hamburg zu einer Protestkundgebung von SPD, USPD und KPD, woran etwa 100.000 Menschen teilnahmen.
Am 28. Juni 1922 deckte Ernst Thälmann in der Hamburger Bürgerschaft Zusammenhänge auf, wie es zu der Mordtat kam:
„Bereits kurz nach der(November) Revolution setzte die wirtschaftliche Offensive des Kapitalismus ein. Bereits in den ersten Wochen nach der Revolution, in des letzten Monaten des Jahres 1918, fingen die Reaktionäre an. Sie waren zuvor im Anfang der Revolution geflohen, hielten sich versteckt, aber bald waren sie wieder frech genug, sieh politisch zu betätigen.... Im Zusammenhang mit dieser wirtschaftlichen und politischen Offensive ist es das Bestreben der Reaktion gewesen, Stoßtrupps vorzuschicken, die sich in geheimen Organisationen bilden, um in Form von Attentaten und Morden Verwirrung in die Reihen der Arbeiterschaft zu bringen.... Die Mordtat an Rathenau ist für uns ein Beweis dafür, dass die verschiedenen Geheimorganisationen und die an ihrer Spitze stehenden Männer nicht bei diesem Mord bleiben werden.“
Von der Regierung und den in Frage kommenden Instanzen forderte Thälmann Maßnahmen, um die bestehenden Geheimorganisationen zu beseitigen die Brutstätten des sich herausbildenden deutschen Faschismus waren.
Im Dezember 1922 warnte Ernst Thälmann in der Hamburger Bürgerschaft davor, „dass die faschistische Bewegung, die nationalsozialistische Bewegung, mehr und mehr an Boden gewinnt, und es ist erklärlich, dass durch den sozialen Schichtenbau, der sich verändert hat (im Vergleich) zur Vorkriegszeit, wir selbst Teile der Bourgeoisie haben, nämlich die man als Lumpenbourgeoisie bezeichnen kann, die durchaus für die faschistische Bewegung empfänglich sind; zum Beispiel die Mittelstandsschichten, die dadurch, dass sich die Kaufkraft verringert und die Lebenshaltung dieser Kreise erschwert, nun zusehen -weil sie das Vertrauen zur Sozialdemokratie verloren haben - irgendwo Anschluss zu gewinnen: Sie suchen Anschluss zu gewinnen an die faschistische Bewegung, was durch die Bewegung in Italien noch gefördert wird. Ferner findet diese Bewegung ganz besonders bei der Offizierskaste, die heute meist von der Rente lebt, und bei den Kriegs-opfern, Kriegs-beschädigten, Sozialrentnern und Teilen des Lumpenproletariats einen fruchtbaren Boden. Und diese Stimmung, die sich verkörpert findet in einem gewissen Teile der Bevölkerung, ist natürlich für die deutsche Arbeiterbewegung eine außerordentlich große Gefahr.“
Darum forderte Ernst Thälmann von der Regierung Maßnahmen zu ergreifen zur Sicherung der Existenz der arbeitenden Massen, um die Abwälzung der Lasten des finanziellen Bankrotts auf die besitzenden Klassen zu bringen.
JW.
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