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Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, Notstandspolitik


Ernst Thälmann spricht in Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedhof
vor dem Denkmal für die Revolutionsgefallenen 1918 - 1920
(Foto, etwa 1930).

13: Vitrine XII
Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, Notstandspolitik

Ab 1930 waren die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf Deutschland besonders spürbar.
Die KPD führte den Kampf gegen den Abbau sozialer und demokratischer Rechte durch die Notverordnungspolitik der Brüning-Regierung. Mit der Praxis der Notverordnungen wurde das Parlament weitestgehend ausgeschaltet. Während der Reichstag 1930 noch 98 Gesetze verabschiedete und die Regierung fünf Notverordnungen erließ, waren es 1932 noch fünf Gesetze aber 66 Notverordnungen.

Im Januar 1930 betraf die Massenarbeitslosigkeit 3,2 Millionen Menschen.
Im Januar 1932 waren es bereits 6 Millionen Menschen.

Im Kampf gegen das Elend wurden Visionen von einer besseren Zukunft nicht vergessen. 1931 schrieb Thälmann über ein rotes Hamburg:
Unser Kampf für ein rotes Hamburg ist nicht von dem allgemeinen Freiheitskampf der deutschen Arbeiterklasse für ein freies sozialistisches Deutschland getrennt. Was würde Hamburg in einem sozialistischen Sowjet-Deutschland bedeuten? Man braucht sich bloß vorzustellen: Wenn der Tag gekommen ist, wo von Wladiwostok am Stillen Ozean bis Brunsbüttelkoog die Arbeiterschaft herrscht, was für eine Macht werden wir dann sein? Unbesiegbar vom Weltkapital! Und welche Rolle wird unser Hamburg in Sowjet-Deutschland spielen? Diese große Hafenstadt mit ihren ausgezeichneten Einrichtungen und bedeutenden Anlagen wird eine einzigartige Stellung im Verkehr Deutschlands mit der Sowjetunion einnehmen. Heute schon, unter dem Kapitalismus, zeigt sich, welche Bedeutung der Sowjethandel für Hamburg hat. In Altona, Langenfelde usw. stehen hunderte Waggons mit Maschinen und Einrichtungen, die für die Sowjetunion bestimmt sind. Sie warten auf die Schiffe.


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