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Thälmanns Verhöre und Verbindungen nach draußen


Rosa Thälmann, geb. Koch,
Frau von Ernst Thälmann


Irma Thälmann,
Tochter von Ernst Thälmann

22: Vitrine XX
Thälmanns Verhöre und Verbindungen nach draußen

Die Berliner Polizei verhaftete Ernst Thälmann am 3. März 1933 - zwei Tage vor seiner für den 5. März vorbereiteten Flucht ins Ausland. Er wurde ins Polizeipräsidium am Alexanderplatz gebracht und im dortigen Polizeigefängnis eingekerkert. Im Mai kam er in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit. Alle Versuche, durch Verhöre Thälmanns juristisch verwertbares Belastungsmaterial zu produzieren, scheiterten. Daher war er im Januar 1934 in der Gestapo-Zentrale Prinz- Albrecht-Straße zwei Wochen lang schweren Folterungen und Misshandlungen ausgesetzt, die ebenfalls keine Ergebnisse brachten.

Nachdem Rosa Thälmann Ende April 1933 die Erlaubnis erstritten hatte, ihren inhaftierten Mann zu besuchen, gelangten Informationen des Gefangenen nach draußen, etwa über die Misshandlungen durch die Gestapo. In den Jahren 1936 bis 1939 kam der Parteikurier Walter Trautzsch zwanzig Mal aus dem Ausland zu Rosa Thälmann, um über sie Nachrichten des ZK der KPD an den Parteivorsitzenden zu übermitteln und dessen politische Stellungnahmen entgegenzunehmen. Als Rosa Thälmann 1937 schwer erkrankte, beteiligte sich die inzwischen siebzehnjährige Tochter Irma an dieser Aufgabe. Später schmuggelte sie 22 Hefte ihres Vaters mit Aufzeichnungen aus den Jahren 1937 bis 1943 nach draußen.

Als die Gestapo im Frühjahr 1937 alle Briefe Thälmanns an Angehörige beschlagnahmt und verfügt hatte, dass seine Frau künftige Post nur noch bei der Polizei lesen dürfe, protestierte Thälmann scharf gegen diese psychische Folter und stellte seinen Briefverkehr ein: Er schreibe nur an seine Frau und nicht für die Gestapo.


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