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Internationale Solidarität


In New York gedruckte Solidaritätsbroschüre von 1934.

23: Vitrine XXI
Internationale Solidarität

Nachdem Georgi Dimitroff sich erfolgreich im Reichstagsbrandprozess verteidigt hatte, hoffte Thälmann auf ähnliche Möglichkeiten öffentlichen Auftretens in dem von den Faschisten gegen ihn eingelei-teten Verfahren und bereitete sich sorgfältig darauf vor. Im Herbst 1935 floh Thälmanns Offizialverteidiger Dr. Friedrich Roetter ins Ausland und machte dort den Text der Anklageschrift gegen seinen Mandanten bekannt. Roetter war als Verteidiger Thälmanns selbst in Konflikt mit dem Volksgerichtshof geraten, einige Monate inhaftiert gewesen und aus dem Anwaltsstand ausgeschlossen worden. Die Naziführung ließ 1935 den Prozess gegen den KPD-Vorsitzenden fallen. 1937 wurde Thälmann von Berlin in das Gerichtsgefängnis Hannover überführt.

International kam es zu einer breiten Solidaritätsbewegung für die Freilassung Ernst Thälmanns und anderer gefangener Hitlergegner. Ein Zentrum dieser Bewegung war das Frankreich der Volksfront, aber auch in vielen anderen europäischen Ländern und den USA fanden Aktionen statt. Gleichzeitig wurde über die Politik des faschistischen Deutschlands aufgeklärt und versucht, die Weltöffentlichkeit zu Aktivitäten gegen Hitlerdeutschland zu bewegen.

Der französische Jurist und Kommunist Pierre Kaldor nahm im August 1935 an einem Internationalen Strafrechtskongress in Berlin teil und konnte dort bei einer Besichtigung des Untersuchungsgefängnisses Thälmann während seiner Freistunde sehen. Im November des Jahres versuchte Kaldor im Auftrag des Thälmann-Befreiungskomitees und der Internationalen Juristenvereinigung mit dem Volksgerichtshof über eine Ausweisung Thälmanns nach Frankreich zu verhandeln. Die Gestapo kam in sein Hotel und forderte ihn zur sofortigen Abreise nach Paris auf.


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