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Lehrlingsgruppe um Helmuth Hübener


Auf dem Foto sind (von links) die drei Freunde Rudolf Wobbe, Helmuth H. und Karl-Heinz Schnibbe zu sehen
sowie die öffentliche Bekanntgabe der Hinrichtung Hübeners

31: Blick in den rechten Flügel des Ausstellungsraumes
- Lehrlingsgruppe um Helmuth Hübener

Helmuth Hübener, geb. 1925 in Hamburg, war Sohn einer Arbeiterin und Angehöriger der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), aber auch der Hitlerjugend. Geprägt hatten ihn Freundeskreise in Hammerbrook und Altona, mit denen er sich gegen den HJ-Drill und den Antisemitismus auflehnte. Gemeinsam mit christlichen und kommunistischen Jugendlichen hörte er regelmäßig ausländische Rundfunksender ab. Mit seinen Freunden aus der Kirche, dem Malergesellen Karl-Heinz Schnibbe und dem Schlosserlehrling Rudolf Wobbe, sowie dem Arbeitskollegen aus der Sozialbehörde im Biberhaus, Gerhard Düwer, verbreitete er das Gehörte auf Streuzetteln weiter. Seit 1941 verfasste die Gruppe längere Flugblätter, um die Wehrmachtsberichte und Nachrichtensendungen zu korrigieren und zu kommentieren. Hübener konzipierte innerhalb von sechs Monaten über 20 Flugblätter. Seit Januar 1942 spionierte ihm ein Vorgesetzter nach, der ihn dann denunzierte. Anfang Februar verhaftet, wurden er und seine drei engsten später zu langer Haft verurteilten Mitkämpfer am 11. August vor dem Volksgerichtshof angeklagt. Hübener wurde zum Tode verurteilt und am 27. Oktober 1942 in Berlin-Plötzensee mit dem Fallbeil ermordet, mit 17 Jahren das jüngste Todesopfer des Volksgerichtshofes. Der von ehemaligen Nazis durchsetzte Bundesgerichtshof sorgte Anfang der fünfziger Jahre für Strafbefreiung des Denunzianten Heinrich Mohns; die Mordrichter des VGH blieben aus „Krankheitsgründen“ ohne Strafe.


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