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Antifa-Schriften im Exil


1937 erschien in Paris erstmals die Zeitschrift „Freie deutsche Jugend - Diskussionsblätter für eine freie deutsche
Jugendbewegung“. Herausgeber war eine Arbeitsgemeinschaft von Funktionären der Sozialistischen Arbeiterjugend,
des Kommunistischen Jugendverbandes und des Sozialistischen Jugendverban-des, die - parallel zur deutschen
Volksfrontbewegung - ihre Hauptaufgabe in der Entwicklung einer Jugendbewegung sah, die alle Gruppen der
antifaschistischen Jugend, einschließlich der konfessionellen, umfasste

32: Vitrine XXVI
Antifa-Schriften im Exil

Nach 1933 mussten viele Antinazis Deutschland verlassen und gingen ins Exil, aus Hamburg besonders nach Dänemark. Vor Beginn des Zweiten Weltkrieges sammelten sich viele von ihnen in Nachbarländern Deutschlands, wie z.B. in Frankreich und der Tschechoslowakei, aber auch in der Sowjetunion und anderen Ländern. Dort versuchten sie über die Verbrechen des Faschismus aufzuklären, Solidarität mit den Verfolgten zu organisieren und den Widerstand in Deutschland zu unterstützen. Sie gründeten eigene Verlage, in denen sie deutschsprachige antifaschistische Literatur und Zeitschriften herausgaben, wovon einige Exemplare in der Vitrine zu sehen sind.

In Paris veröffentlichten Rudolf Breitscheid (SPD), Wilhelm Pieck (KPD), Willi Brandt (SAP), Heinrich Mann, Anna Siemsen und andere im Dezember 1936 einen Aufruf zur Vorbereitung einer Deutschen Volksfront gegen den Faschismus. Ebenfalls 1936 erschien in einem Moskauer Verlag die erste Nummer der Literaturzeitschrift „Das Wort“, herausgegeben von Bertolt Brecht (z.Z. Dänemark), Lion Feuchtwanger (z.Z. Frankreich) und Willi Bredel (z.Z. Moskau). Diese Arbeit hatte auch das Ziel, der übrigen Welt das andere Deutschland zu zeigen: Nicht alle Deutschen sind Faschisten. So forderte z.B. Jürgen Kuczynski 1942 in London in seiner Schrift „Allies inside Germany?“ („Verbündete in Deutschland?“) die Schaffung einer zweiten Front durch die Westalliierten, um den Krieg schneller zu beenden.


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