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Sowjetische Zwangsarbeiterinnen in Hamburg

34: Vitrine XXVIII
Sowjetische Zwangsarbeiterinnen in Hamburg

Ausgestellt sind hier in Moskau gedruckte Broschüren und Flugblätter für deutsche Soldaten und Kriegsgefangene, die Fahne einer Pioniereinheit der Roten Armee "4. Trupp Thälmann" sowie Fotos von sowjetischen Mädchen und jungen Frauen, die in Hamburg Zwangsarbeit leisten mussten. Die Zahl der insgesamt nach Hamburg verschleppten Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen wird nach hanse-atischen NS-Instanzen mit mehr als 400.000 angegeben. 1944 waren sogenannte Fremdarbeiterinnen und Fremdarbeiter sowie Kriegsgefangene aus vielen Ländern Europas bei rund 4000 Betrieben eingesetzt und in ca. 800 Lagern untergebracht. (Nach Auskünften von Friederike Littmann.)

Sechsundzwanzig junge Mädchen aus Dnjepropetrowsk und anderen Städten der Ukraine wurden 1941 nach Hamburg verschleppt. Sie mußten im Glimmerwerk Wilhelm Carsten am Winterhuder Marktplatz arbeiten und waren unter unzumutbaren Bedingungen untergebracht. Genossinnen aus Hamburg-Eppendorf versorgten die Zwangsarbeiterinnen illegal mit zusätzlichen Lebensmitteln und vor allem mit politischen Nachrichten über den Kriegsverlauf in der Sowjetunion. 1943, nach den schweren Bombenangriffen auf Hamburg, wurden die Mädchen und jungen Frauen nach Süddeutschland in andere Betrie-be gebracht. Zwei von ihnen, Olga und Larissa, sandten aus Haagen im Breisgau einer Hamburger Genossin ihre am 1. Mai 1944 in Lörrach aufgenommenen Fotos zum Andenken.


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