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Oktober 1923: Bewaffneter Aufstand in Hamburg


Ernst Thälmann, Hans Kippenberger und Hugo Urbahns

8: Vitrine VII
Oktober 1923: Bewaffneter Aufstand in Hamburg

Angesichts des allgemeinen Notstandes schritten am frühen Morgen des 23. Oktober 300 Arbeiter zur Selbsthilfe und beschafften sich Waffen durch Überraschungsangriffe auf Polizeiwachen. Die Kampf-gruppen der KPD, die in Barmbek und anderen Stadtteilen von Ernst Thälmann und Hans Kippenber-ger, im Vorort Schiffbek von Fiete Schulze geführt wurden, banden die zahlenmäßig überlegenen Polizeiverbände. Rückhalt fanden die Aufständischen in der Bevölkerung, Frauen brachten Verpflegung und Munition, Arbeitersamariterinnen halfen Verwundeten. Als bekannt wurde, dass der von der Chemnitzer Betriebsrätekonferenz erwartete Beschluss zum Generalstreik nicht zustande kam und der Aufstand im Reich keine Unterstützung fand, traten die Kampfgruppen am 25. Oktober den geordneten Rückzug an.

1923 war Ernst Thälmann Vorsitzender der KPD Hamburg und stellvertretender Vorsitzender des Be-zirks Wasserkante, Hans Kippenberger militärpolitischer Mitarbeiter der Bezirksleitung, Hugo Urbahns Vorsitzender der KPD Wasserkante. Wie viele Kampfgefährten mussten die drei sich seit Ende Oktober vor der Polizei verborgen halten. Nach seiner Verhaftung 1924 wurde Urbahns und anderen Kommunisten der Prozess gemacht. Er erhielt zehn Jahre Festung, musste jedoch 1925 freigelassen werden, da er durch Wahl in den Reichstag die Abgeordnetenimmunität erlangt hatte.

Das Jahr 1923 war gekennzeichnet durch Inflation und Massenverelendung. Die Kaufkraft der Mark fiel rapide:
April: 1 Dollar = 30.000 Mark
Juni: 1 Dollar = 110.000 Mark
Sept.: 1 Dollar = 98.860.000 Mark
Okt.: 1 Dollar = 25.260.000.000 Mark
Nov.: 1 Dollar = 2.100.000.000.000 Mark


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